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  • AutorenbildThomas Gräbel

Zermatt - Ein Wintermärchen am Matterhorn

Aktualisiert: 23. Apr. 2021



Über der schweizerischen Gemeinde Zermatt thront der Berg der Berge, das weltberühmte Matterhorn. Der 4.478 Meter hohe Berg zählt wahrscheinlich zu den bekanntesten auf der ganzen Welt. Der Mythos Matterhorn zieht Wanderer, Alpinisten und Fotografen aus der ganzen Welt gleichermaßen in seinen Bann. Nicht umsonst gilt er als das Wahrzeichen und Symbol der Schweiz. Einmal der einzigartigen Alpenpyramide ganz nah sein, steht daher wohl auf jeder Bucketlist. Wir haben diesen Sehnsuchtsort in den Schweizer Alpen besucht und berichten euch von einem sagenhaften Wintermärchen rund um den König der Berge. Vom urigen Bergsteigerdorf Zermatt nehmen wir euch mit auf eine hochalpine Reise in eine atemberaubende Winterlandschaft inklusive Besteigung unseres ersten 4.000ers. Wir zeigen die Highlights der Region und geben euch nützliche Tipps rund um einen unvergesslichen Aufenthalt in Zermatt. Das Matterhorn ist dabei unser ständiger Begleiter und wir genießen die verschiedenen Blickwinkel auf den "Toblerone-Berg".


Endlich ist es soweit. Im Februar entschließen wir uns Zermatt und das legendäre Matterhorn live zu erleben. Obwohl die Schweiz unmittelbar an Bayern grenzt und von unserem Wohnort München aus schnell erreichbar ist, ist es nach Zermatt doch eine lange Anreise mit dem Auto. Im äußersten Süden der Schweiz, im Kanton Wallis, liegt nahe der italienischen Grenze unser Ziel. Eine knapp 7 stündige abenteuerliche Anfahrt bringt uns schließlich zu den Füßen des Matterhorns. Nachdem hinter dem Bodensee zunächst noch flache, mautpflichtige Autobahnen (38 Franken Jahresvignette Schweiz) auf uns warten, wird es bald alpiner. An Liechtenstein vorbei, erreichen wir die schweizer Seen bei Luzern und Zug. Dann geht es über eine Passstraße hinauf in den Wintersportort Andermatt. Bei winterlichen Wetter sind hier Schneeketten von Vorteil bzw. teilweise sogar unabdingbar. Zum Glück scheint die Sonne bei uns und wir befahren die verschneiten Dörfer am Pass problemlos. Schließlich staunen wir nicht schlecht als wir plötzlich einen für uns bis dahin unbekannten Autoverlad bei Realp erreichen. Da der Furkapass in den Wintermonaten bis in den Juni hinein gesperrt ist, verkehrt zwischen den Orten Realp und Obergoms ein kostenpflichtiger Autozug (33 Franken einfache Fahrt). Das war also diese wunderliche Fähre bei der Routenanzeige über Google Maps. Wir fahren also etwas zaghaft unser Auto auf den Zug auf stehen dort in einer langen Autoreihe. Insgesamt 20 Minuten fahren wir durch einen überwiegend dunklen Tunnel bis wir Obergoms erreichen und dort mit einer neuen Erfahrung mehr vom Zug abfahren. Nun geht es die Passstrasse wieder bergab. Nach knapp 1,5 Stunden gelangen wir nach Täsch. Dort, fünf Kilometer von Zermatt entfernt, müssen wir das Auto im riesigen Parkhaus am Bahnhof abstellen. Pro Tag werden 16 Franken fällig. Zermatt ist autofrei (es fahren nur Elektromobile von den Hotels oder Taxis), daher kann man den Ort nur mit dem Zug oder Taxi von Täsch aus erreichen. Natürlich gibt es außerhalb unseres Budgets auch die Möglichkeit mit dem Helicopter anzureisen. Vielleicht im nächsten Leben dann. Wir nehmen den Shuttle Zug (Matterhorn-Gotthard Bahn), der tagsüber etwa alle 20 Minuten zwischen den Orten Zermatt und Täsch verkehrt. Die einfache Fahrt kostet 8 Franken und nach weiteren 10 Minuten sind wir endlich angekommen. Ein für die strapaziöse Anreise entschädigender Blick auf das Matterhorn bleibt uns leider zunächst verwehrt, da es bereits stockfinster ist als wir Zermatt erreichen. Die letzten Meter rollen wir erschöpft unsere Koffer zu unserer ersten Unterkunft, dem Dufour Hotel. Es ist für schweizer Verhältnisse ein preiswertes und durchaus komfortables Hotel in einem typischen Walliser Haus mit hervorragenden Frühstück. Nur wenige Minuten vom Dorfzentrum entfernt, ist es außerdem sehr zentral gelegen. Ein guter erster Anlaufpunkt also. Als wir das schöne rustikale Zimmer betreten, fallen wir dann aber nur noch ins Bett. Wir haben gelernt, dass die Wege in der kleinen Schweiz doch sehr weit sein können. Aber manchmal liegt das Gute eben doch nicht ganz so nah.


Als wir am nächsten Tag bei strahlenden Sonnenschein erwachen, können wir es kaum erwarten loszulegen. Die lange Anfahrt ist spätestens vergessen, als wir endlich das Matterhorn in seiner ganzen Pracht am Morgenhimmel erblicken. Was für ein atemberaubender majestätischer Anblick. Wie eine Pyramide erhebt sich der mächtige Gipfel über das Zermatter Dorf. Obwohl die Schweiz generell ein sehr teures Pflaster ist und die Anreise lang sein kann, ist dieser magische Ort einer den man in seinem Leben unbedingt einmal gesehen haben sollte. Soviel wunderschöne Bergdörfer und Alpenorte wir auch schon besucht haben, hebt sich die Zermatter Bergwelt doch von diesen eindrucksvoll ab. Alles ist hier höher, weiter und größer, die Freizeitmöglichkeiten schier unendlich. Zermatt liegt auf etwa 1.600 Metern zu Füssen des Matterhorns und ist inmitten einer grossen Wander- und Skiregion eines der attraktivsten Feriendörfer überhaupt. Das Skigebiet umfasst 54 Bahnen und Lifte und sagenhafte 360 Pistenkilometer. Das Gebiet "Matterhorn glacier paradise" ist das grösste und höchstgelegene Sommerskigebiet Europas. Ein Gebiet der Superlative. Gornergrat und Sunnegga / Rothorn sind weitere, mit Bahnen erschlossene Aussichtsberge. Einzigartig ist die Region für auch Alpinisten und Wanderer. Über 400 Kilometer Wanderwege jeglichen Schwierigkeitsgrades führen durch das Mattertal.


Das Dorf Zermatt selbst hat seinen ursprünglichen Charme bewahrt. Den alte Dorfkern findet man in der Hinterdorfstraße. Diese wunderschöne Gasse ist gesäumt mit urigen, alten Holzhäusern im Walliser Stil. Sie führt uns in die Hauptstraße Zermatts, die Bahnhofstrasse. Dort findet man Luxus Boutiquen, unzählige Uhrengeschäfte, Hotels und Restaurants, sowie eine rege Après-Ski-Szene, sofern gerade kein Corona ist. Hier spielt ich das öffentliche Leben ab. Leider merken wir recht schnell, dass wir finanziell keine großen Sprünge machen können. Luxusmarken wo das Auge hinblickt. Nicht umsonst gilt Zermatt auch als Mekka der "Reichen und Schönen". Aber auch für Durchschnittsverdiener gibt es viel zu erleben, allerdings eher abseits von Rolex und Tissot und der schmucken Bahnhofstrasse. Neben dem gesellschaftlichen Zentrum Zermatts, findet man bei der wunderschönen Pfarrkirche Sankt Mauritius das religiöse Zentrum des Ortes. Uns zieht es nun aber in die Bergwelt über Zermatt.


Über die Webseite www.matterhornparadise.ch und www.zermatt.ch erhält man einen tollen Überblick über das touristische Angebot des Ortes und der Region. Hierüber lassen sich sämtliche Tickets vorab bequem und online bestellen. Wir haben bereits vor der Abreise unsere Peak to Peak Tickets bestellt. Für eine 4 tägige Nutzung zählen wir zwar stolze 220 Franken pro Person, können jedoch sämtliche Bergbahnen des Gebietes in dem Zeitraum unbegrenzt nutzen. Inbegriffen sind Fahrten im gesamten Matterhorn Paradies, inklusive Gornergrat, Sunnegga, sowie mit der Matterhorn-Gotthardbahn. Auch der Eintritt in den 3.800 Meter hohen Gletscherpalast, der Ortsbus und der Biketransport ist umfasst. Ideal vorallem für Wanderer und Bergsteiger aber auch für Skifahrer, obwohl die einzelnen Skilifte bei diesem Ticket nicht inbegriffen sind. Wir holen unsere bestellten Tickets bei der Touristeninformation am Bahnhof ab. Gleich gegenüber von hier startet dann auch schon unser erstes Bahnerlebnis. Die Gornergrat Bahn ist ein echtes Highlight der Region. Die urige Zahnradbahn führt uns von Zermatt aus in etwa 30 Minuten auf über 3.000 Meter auf das atemberaubende Gornergrat. Allein die Fahrt hierauf ist schon eine echte Sensation. Die Panoramabahn schlängelt sich über die Stationen Findelbach, Riffelalp, Riffelberg und Riffelboden durch die verschneite Landschaft nach oben und bietet neben dem herrlichen Fahrgefühl spektakuläre Ausblicke auf das Matterhorn. Eine Bahn, die uns auf sagenhafte 3.135 Meter hoch fährt, wo gibt es denn sowas? Wo gibt es einen Bahnhof über 3.000 Metern umgeben von eisigen Gletschern? Wohl nur hier. Der Gebirgskamm Gornergrat beherbergt das Kulmhotel Gornergrat mit einer Sternwarte und zwei Restaurants. Die Ausblicke auf das Matterhorn und die anderen 4.000er von hier oben sind unvergesslich. Wir genießen die Aussicht auf einige der größten Riesen der Alpen und wandern dann hinab zum Riffelberg. Das Matterhorn immer vor Augen, erreichen wir bald das Plateau des Riffelbergs und die Kapelle "Bruder Klaus". Hier rasten wir und können uns nicht satt sehen. Auch hier bieten sich wunderschöne Perspektiven auf das Matterhorn. Von der Station Riffelberg geht es schließlich wieder runter nach Zermatt. Natürlich mit unserem Lieblingsgefährt der nächsten Tage, der Gornergrat Zahnradbahn. Durch den hervorragenden Ausbau des Gornergrats kann man wunderbare Winterwanderung, auch etappenweise, mit der Bahnfahrt verbinden. So führen ausgebaute Winterwanderwege sowohl von Zermatt nach Findelbach, als auch zur Riffelalp oder zum Riffelberg. Je nach Anforderung kann man also über 1.500 Höhenmeter von Zermatt direkt auf das Gornergrat wandern. Schneeschuhe oder zumindest Grödeln bieten sich im Winter natürlich an. Ansonsten ist die Strecke gefahrlos auch für Anfänger zu erwandern. Und wer keine Lust mehr auf den Abstieg hat, fährt bequem mit der Gornergrat Bahn wieder hinunter.


Am nächsten Tag steht ein unvergessliches Erlebnis für uns an. Wir wollen unseren ersten 4.000er besteigen. Obwohl wir doch viel in den Bergen unterwegs sind, sind wir bislang immer weit unterhalb 4.000er Gipfeln geblieben. Die meisten Berge in Bayern oder Österreich erreichen schließlich nicht das Ausmaß wie hier. Immerhin gibt es in der Schweiz sagenhafte 48 Viertausender. Als blutige Anfänger im hochalpinen Bereich und auf einem Gletscher kommt die Besteigung des Matterhornes natürlich (noch) nicht in Betracht. So wird es dann eben das Breithorn Occidentale mit einer unglaublichen Höhe von 4.164 Metern. Immerhin haben wir gestern auf dem Gornergrat schon dünne Höhenluft geschnuppert. Aber jetzt soll es nochmal über 1.000 Meter nach oben, auf einen vergletscherten 4.000er, gehen. Wir fühlen respektvolle Vorfreude auf das, was uns erwartet. Über die Eckdaten haben wir uns vorab informiert. Das Breithorn ist ein fünfgipfliger, von West nach Ost verlaufender, stark vergletscherter Bergkamm in den Walliser Alpen. Der höchste Punkt des Kamms und zugleich der bergsteigerisch leichteste Viertausender der Alpen ist der Westgipfel (Hauptgipfel, Breithorn Occidentale, 4.164 m). Gerade im Winter ist die Gefahr von Gletscherspalten jedoch allgegenwärtig, so dass wir uns für einen Bergführer entscheiden. Allgemein sollte die Besteigung des Breithorns nur mindestens zu zweit und in einer Seilschaft erfolgen. Steigeisen bzw. Schneeschuhe dürfen auch nicht fehlen. Obwohl das Breithorn technisch gesehen zu den einfachsten 4.000ern zählt, gibt es viele Gefahren auf einem Gletscher auf dieser Höhe, nicht zuletzt die dünne Höhenluft und die äußeren Verhältnisse. Wir buchen unseren kompetenten Bergführer bei den Zermatters. Bereits im Vorfeld haben wir unsere Tour online unter www.zermatters.ch gebucht. Die Zermatters bieten ein breites Spektrum an alpinen Erlebnissen in der Region an. Für 190 Franken pro Person wartet eines der größten alpinen Abenteuer auf uns. Treffpunkt ist um 8.30 Uhr an der Talstation der Matthorn Glacier Paradise Gondel, welche auf der anderen Dorfseite vom Bahnhof und der Gornergrat Bahn liegt. Hier wartet unser Bergführer schon auf und wir erhalten erste Einweisungen. Die geeignete Ausrüstung ist Voraussetzung und essentiell für diese Gletscherwanderung. Feste Wanderschuhe, Schneebrille, Mütze, Handschuhe und natürlich warme Thermo-Wanderklamotten. Den Rest, wie etwa Seil, Schneeschuhe oder Steigeisen, stellt unser Bergführer von den Zermatters. Wir sind unterwegs in einer 5er Gruppe. Zunächst fahren wir mit der Gondel zum Startpunkt auf das Klein Matterhorn. Die Bergstation auf über 3.800 Metern ist die höchstgelegene in Europa. Hier wartet nicht nur, mit 25 Kilometern, eine der längsten Abfahrten der Alpen, sondern auch der Gletscherpalast. Das Panorama ist schon von hier aus umwerfend. Selbst der höchste Berg Europas, der französische Mont Blanc mit 4.810 Metern, scheint zum Greifen nahe. Bei guter Sicht reicht der Blick sogar bis zum Mittelmeer. Wir starten zunächst unsere Tour entlang der Skipiste, kehren dann aber bald links ein und wandern, gesichert durch ein Seil, Richtung Aufstieg zum Breithorn. Nach kurzer Zeit auf einer ebenen Schneedecke, erreichen wir den Gletschersteig. Wir ziehen die Steigeisen über und gewinnen im stetigen Gang an Höhe. Die Steigung zieht sich zunächst mäßig, dann steiler hinauf. Ein wirklicher Weg ist nicht zu erkennen. Aber wir vertrauen in die Erfahrung des Bergführers, der immerhin schon gut 70 mal das Matterhorn bestiegen hat. Dann sollte das hier ja ein Klacks für ihn sein. Für uns jedoch nicht, obwohl die Bedingungen und das Wetter perfekt ist. Die Sonne knallt vom Himmel. Dennoch ist es eisig kalt. Nicht auszudenken welche Temperaturen hier bei schlechtem Wetter herrschen. Jeder Schritt ist bedacht und wir folgen weiter der Route unseres Bergführers. Einige Gletscherspalten sind mit langen Schritten zu überwinden. Beängstigend wie tief es hier hinunter geht. Langsam verschwinden wir immer mehr im ewigen Eis des Breithorn Gletschers. Von der Entfernung wirken wir wie kleine Ameisen auf diesem Bergriesen. Trotz der Anstrengung genießen wir die sensationelle Aussicht auf die umliegenden Gletscher. Eine unglaubliche Erfahrung hier oben zu sein. Nach etwa 2 Stunden erreichen wir schließlich den Gipfelgrat. Hier weht ein böeiger Wind und die Eiswände fallen nach links und rechts steil herab. Jetzt muss jeder Schritt sitzen. Tut er auch. Wir erreichen das Ziel, den Kammgipfel des Breithorn Occidentale auf 4.164 Metern. Eine unbeschreibliche Aussicht. Wir genießen das einzigartige Gipfelglück. Nach einigen Erinnerungsfotos geht es dann aber wieder bergab, ehe wir auskühlen. Auf dem gleichen Weg zurück fällt uns der Abstieg natürlich leichter. Als wir wieder "festen" Boden unter den Füßen haben und die Zivilisation erreichen, sind wir einfach nur dankbar für diese atemberaubenden Eindrücke und auch etwas stolz. Für uns steht fest, es soll nicht unser letzter 4.000er gewesen sein. Wir kommen wieder. Der Anfang ist gemacht.


Nach soviel Adrenalin kehren wir zurück nach Zermatt und wollen uns etwas erholen. Dazu fahren wir mit unserer liebgewonnenen Gornergrat Bahn auf den Riffelberg auf etwa 2.500 Meter. Hier wartet unser zweites Hotel auf uns, das fantastische Riffelhaus1853. Und was sollen wir groß dazu schreiben. Am Besten seht ihr euch einfach die Fotos an. Das Hotel Riffelhaus ist ein lebendiges Zeugnis der goldenen Epoche des Alpinismus. Hier wurde Bergsteiger- und Hotelgeschichte geschrieben. 1853 war das Hotel auf dem Riffelberg das zweite Hotel in Zermatt. Eröffnet wurde es sogar noch vor dem Bau der Gornergratbahn. Die Balken und Steine wurden per Maultier und mit Menschenkraft hinaufbefördert. Die einstige Bergsteigerunterkunft entwickelte sich im Lauf der Jahrzehnte zu einem komfortablen Berghotel, ohne dabei das Ambiente der Pionierzeit zu verlieren. Der Wellnessbereich des Riffelhauses ist wirklich einmalig. Jeder Liebhaber des Matterhorns sollte hier einmal übernachtet haben. Natürlich ist es mit knapp 500 Euro pro Doppelzimmer und Halbpension nicht gerade ein offensichtliches Schnäppchen, aber der Ausblick und die Atmosphäre ist jeden einzelnen Franken wert. Ob die Panoramasauna mit Matterhornblick, der Whirlpool am Fuß des Matterhorns (Achtung Instagramer Alarm) oder der morgendliche Sonnenaufgang, im Riffelhaus1853 gehört das alles dazu. Außerdem bietet das Hotel ein hervorragendes Frühstück und Abendessen (das Käse Fondue bleibt dabei ein Highlight). Die Skipiste und Wanderwege starten ebenfalls am Hotel. Wir genießen natürlich den einzigartigen Wellnessbereich und stehen zum Sonnenaufgang mit "Alpenglühen" auf. Denn dann zeigt das Matterhorn sein schönstes Gesicht.


Am nächsten Tag nutzen wir noch die Sunnegga Bahn. Etwas oberhalb der Gornergratbahn verläuft die Sunnegga Bahn hinauf zum Blauherd und Rothorn. Hier findet man im Winter vorallem ein Familien Skigebiet. Während die Pisten im Matterhorn Glacier Paradise eher für Fortgeschrittene dienen, findet man auf dem Gornergrat und der Sunnegga auch viele familienfreundliche Strecken. Aber auch wunderschöne Wanderwege führen durch die Zermatter Bergwelt. Nicht zuletzt die 5 Seen Wanderung ist dabei zu erwähnen. Gerade in den Sommermonaten, wenn die Seen eisfrei sind, spiegelt sich das Matterhorn spektakulär in den Seen. Der etwa 10 Kilometer lange Wanderweg führt zu den Seen Stellisee, Grindjisee, Grünsee, Moosjisee und Leisee. Es sind alles Bergseen, die man nicht so leicht vergessen wird. Unterschiedlich in Form, Farbe, Charakter und Grösse, gilt es an jedem See etwas völlig Anderes zu entdecken. Der Leisee ist ein Badesee, auch für Kinder geeignet. Am Grünsee zeigt sich die Landschaft von der kargen Seite, wo Arven trotz Geröll und Sand ihren Standort halten. Am Grindjisee wachsen seltene und bunte Blumen und am Stellisee spiegelt sich das Matterhorn für das perfekte Fotomotiv. Eine ähnliche Spiegelung gibt es sonst nur noch am Riffelsee. Da die Seen im Februar natürlich noch von einer dicken Eisschicht umgeben sind, bietet sich dieses Gebiet vorallem von Juni bis September an.


Wir fahren nun mit der Sunnegga Bahn wieder runter nach Zermatt und wandern auf dem Riedweg etwas oberhalb des Dorfzentrums hinauf zur Gornergratbahn Station Findelbach. Der kurze Wanderweg bietet ein traumhaftes Panorama über das verschneite Zermatt und das Matterhorn. Ein gemütlicher Spaziergang mit wunderbaren Fotomotiven auf Dorf mit Berg. Von Findelbach fahren wir dann wieder zum Riffelberg und genießen das unbeschreibliche Ambiente des Riffelhauses. Im aussichtsreichen Wellnessbereich lassen wir die ereignisreichen Tagen Revue passieren und Fotografieren unser Lieblingsmotiv, das Matterhorn. Ob von oben, von unten, von der Piste, vom Gipfel, vom Whirlpool oder von der Sauna, wir bekommen nicht genug vom weltberühmten Toblerone-Berg. Mal in Nebel gehüllt, mal im Schatten der Nacht, mal im leuchtenden Morgenrot oder im stahlblauen Himmel emporragend, so strahlt er immer eine atemberaubende Atmosphäre aus.


Da das Matterhorn unser ständiger Begleiter unserer Reise war, wollen wir zum Abschluss den Mythos Matterhorn noch etwas genauer vorstellen, ehe es den langen Weg zurück geht, dorthin wo die Berge wieder kleiner werden. Infolge tektonischer Verschiebungen näherte sich Afrika vor 100 Millionen Jahren Europa an. 50 Millionen Jahre später begannen sich große Gesteinsgruppen zu verformen und zu falten. Aus den nach oben drängenden Gesteinsmassen entstand das Matterhorn. Das Gestein des Gipfels ist also tatsächlich originär afrikanisch. Das Matterhorn gilt auch als Schicksalsberg. An kaum ein einem anderen Berg in den Alpen verloren soviele Menschen bei der Besteigung ihr Leben. Über 500 Alpinisten sollen seit der Erstbesteigung bis heute am Matterhorn umgekommen sein. Vielleicht zieht es nicht zuletzt deswegen so viele Menschen an diesen faszinierenden Ort, der nicht zuletzt, trotz seiner Schönheit, bis heute einer der tödlichsten Berge ist. So wurde der 4.478 hohe Matterhorn Gipfel als letzter der bekannten 4.000er erst am 14. Juli 1865 vom Engländer Edward Whymper, der sich aus einer 7er Seilschaft losschnitt und so als erster den Gipfel bestieg, erreicht. Beim Abstieg stürzten die ersten vier der Seilschaft dann in den Tod. Etwa 3.000 Alpinisten besteigen jährlich das Matterhorn, viele müssen abbrechen und etwa 12 davon verlieren gar ihr Leben. Während früher eine Besteigung 2 Tage gedauert hat, dauert sie heute "nur" noch etwa 8 bis 10 Stunden. Übrigens ist das Matterhorn nur der fünfthöchste schweizer Berg. Der höchste ist mit 4.634 Metern die Dufourspitze. Wer mehr über das Matterhorn und seine Geschichte aus Gipfelglück und Drama erfahren will, der sollte im Zentrum von Zermatt das Matterhorn Museum - Zermatlantis besuchen.

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