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  • AutorenbildThomas Gräbel

Mit dem Wohnmobil zum Nordkap - Teil 1

Aktualisiert: 21. Aug. 2022

Ein Traum von uns war es immer das Nordkap, den nördlichsten Punkt des europäischen Festlands, zu erreichen und auf dem Weg dorthin die atemberaubende skandinavische Landschaft zu entdecken. Und manchmal werden Träume eben wahr. In diesem Reisebericht wollen wir euch auf unser großes Abenteuer mitnehmen. Wir geben euch Tipps, nützliche Informationen und stellen natürlich unsere Route und Etappenziele genauer vor.


Es liegen knapp 8.000 Kilometer Gesamtstrecke vor uns. Wir starten von München und orientieren uns an der schnellsten Route. Dabei setzen wir per Fähre von Rügen Richtung Schweden über und fahren überwiegend entlang der schwedischen Ostküste hinauf, wir durchqueren das finnische Lappland und erreichen schließlich das nördlichste Kap in Norwegen. Zurück soll es die längere Wegstrecke entlang der Lofoten und Fjorde an der norwegischen Westküste wieder Richtung Heimat gehen. So der Plan. Aber was ist schon planbar? Wie sooft im Leben ist der Weg schließlich das Ziel. Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen, es warten in jedem Fall wunderschöne Länder auf uns. Ob und wie wir letztendlich unseren Traum erfüllen, erfährt ihr hier.


Ein paar Worte zu den Rahmenbedingungen unseres Roadtrips. Wir starten am 18.07. und werden am 25.08. wieder zurück sein. Denn für diesen Zeitraum haben wir uns das Wohnmobil gemietet. Uns bleiben also rund 40 Tage, knapp 6 Wochen um die Strecke zu absolvieren. Diese Zeit werden wir auch brauchen. Die beste Reisezeit für eine Roadtrip in den hohen Norden sind mit Sicherheit die Sommermonate (Juni bis August). Wenn die Tage schier endlos sind und die Mitternachtssonne die Landschaft in Gold eintaucht. Grundsätzlich sollte man wissen, dass sich die skandinavischen Länder geradezu für eine Rundreise mit dem Wohnmobil anbieten. Für uns, zumal wir mit zwei kleinen Kindern reisen, gibt es hierzu keine Alternative. Man ist flexibel und hat die wichtigsten Sachen immer mit dabei. Außerdem gibt es unzählige Campingplätze, auf denen sich die eindrucksvolle Natur besonders gut genießen lässt. Und die Kosten für Stellplätze sind für skandinavische Verhältnisse mit 25 bis 45 EUR pro Nacht außerordentlich günstig. Aber auch abseits kann man sein Wohnmobil oder Zelt in der Wildnis kostenfrei aufschlagen.


Ehe wir zu unserem ersten Etappenziel aufbrechen, füllen wir unser Wohnmobil mit unzähligen nicht verderblichen Lebensmitteln. Ja, Skandinavien ist teuer. Ein weiterer Vorteil für das Wohnmobil. Denn hier kann man wirklich sparen. So stopfen wir Nudeln, Reis und Konserven in die Schränke hinein. Schließlich sind die Lebensmittel dort oben oft um ein Vielfaches teurer als bei uns, geschweige denn ständig Essen zu gehen. Und bevor wir den Dispot komplett ausreizen, nehmen wir möglichst viel Proviant von Zuhause mit. Denn wie war das doch gleich wieder, "Zuhause schmeckt es doch immer am Besten", ach egal, die erste Wegstrecke steht an.


Wir wollen möglichst schnell Richtung Norden. Hierzu nehmen wir eine lange Nachtfahrt über etwa 10 Stunden und 900 Kilometer auf uns, ehe wir die Ostseeinsel Rügen erreichen. Ein idealer erster Stopp für eure Nordkap-Reise. Denn von hier führt nicht nur die Fähre von Sassnitz ins schwedische Ystad hinüber, nein, Rügen ist einfach unglaublich sehenswert. Auf der größten Insel Deutschlands wollen wir uns drei Tage niederlassen und uns von der langen Anreise erholen. Gerade weil auch das Wetter mit Temperaturen um die 25 Grad super mitspielt. Immerhin hat Rügen einige der schönsten Strände Deutschlands zu bieten. Wir haben kurz vor unserer Abfahrt für drei Nächte einen Stellplatz in der Wohnmobil-Oase in Prora gebucht. Ein idyllisch gelegener Campingplatz umgeben von Wäldern, etwa 2 Kilometer vom feinsandigen Strand entfernt. Für uns eine perfekte Location. Ein Spielplatz, ein gutes, preiswertes Restaurant und eine hervorragende Verkehrsanbindung für Ausflüge runden den Aufenthalt hier ab. Natürlich gibt es hier auch Strom, Waschräume, Duschen und auch WLAN. Bei etwa 35 EUR für eine Nacht kann hier keiner meckern. Wir sind übrigens zum ersten Mal an der Ostsee. Da wollen wir natürlich auch etwas sehen.


Den Ankunftstag lassen wir gleich am kilometerlangen Sandstrand in Prora ausklingen. Es ist bewölkt, trotzdem hat es über 20 Grad und wir sind fast alleine am Strand und genießen unsere Cocktails in einer Beachbar. Prora ist überregional besonders bekannt für seine inzwischen luxus-sanierten Wohnblöcke in erster Strandlage. In der NS-Zeit sollte Prora ein großes Seebad für 20.000 Urlauber werden. Damals hieß die Anlage noch "Kraft-durch-Freude-Seebad Rügen“, der Name "Prora“ entstand, als aus den unfertigen, riesigen KdF-Bauten einer der größten Militärstandorte der DDR wird. Nachdem die Ruinen jahrelang dem Zerfall Preis gegeben waren, wurden die endlosen Blockbauten kernsaniert und luxuriös aufgewertet. Heute werden viele als Ferien-, oder Eigentumswohnungen genutzt, natürlich gegen entsprechendes Kleingeld. Generell hat sich die Ortschaft Prora an der Ostküste von Rügen neu erschaffen. Der düstere DDR Vorhang ist hier längst gefallen. Heute ist Prora einer der Haupttourismusorte der Insel. Vom Strand führt eine kilometerlange Promenade direkt am Meer bis nach Binz, einem der mondänsten Gegenden des Ostsee-Eilands.


Prora gehört eigentlich zur Gemeinde Binz. Den Ort mit den schicken Bäderhäusern und der Villen-Architektur dürfen wir natürlich nicht verpassen. Das wunderschöne Zentrum richtet sich zum Meer aus. Über die autofreie, belebte Fußgängerzone gelangen wir direkt zum Strand und der langen Seebrücke, die sich in die Ostsee erstreckt. Eine weitläufige Promenade mit vielen Cafés, Restaurants und Geschäften lädt zum Bummeln und Verweilen ein. Während es in Prora noch ruhiger zugeht, tummeln sich hier die Menschen auf dem fast weißen Sand. Es ist eben auch hier Ferienzeit. Wer es etwas ruhiger haben möchte, kann die wenigen Kilometer die Promenade Richtung Prora zurück maschieren. Wir genießen hier ein leckeres Eis und lassen uns die Sonne auf die Nase scheinen, während die Ostsee-Brise um die Ohren pfeift. Zurück in unsere Wohnmobil-Oase geht es dann mit dem Bus. Überhaupt, der Busverkehr verbindet viele Orte regional miteinander. Eine gute Möglichkeit die Insel etwas zu erkunden.


Eine andere gute Alternative ist der Rasende Roland. Ein alter Museumszug, der hier auf den Gleisen noch sein Unwesen treibt. Ein Traum für jeden Eisenbahn-Nostalgiker. Eine schwarze Dampflock verbindet pfeifend und qualmend die Orte an der Ostküste miteinander. Vom Kleinbahnhof in Binz rast der Roland eher gemächlich Richtung Süden nach Göhren. Die andere Route führt ins Inselinnere nach Putbus. Gerade auch für Kinder ist hier das Bahnfahren ein echtes Erlebnis. Es gibt sogar einen Freiluft-Waggon, aus dem man einen sensationellen Weitblick über die Insel erhält. Wir genießen die Fahrt durch Wälder, vorbei an Kornfeldern, ehe wir nach 25 Minuten schon unser Ziel erreichen, Sellin Ost. Hier erwartet uns eine der Sehenswürdigkeiten Rügens, vielleicht sogar das Fotomotiv schlechthin, die Seebrücke Sellin. Vom Bahnhof gehen wir etwa 1,5 Kilometer und 20 Minuten Richtung Südstrand. Vobei an strahlend weißen Villen und schicken Kurhäusern. Schließlich gelangen wir an das Ortsende. Hier fällt eine 30 Meter hohe Steilwand hinab. Darunter thront die mit 394 Metern längste Seebrücke der Insel, die sich über den feinsandigen Strand in die Ostsee rekelt. Auf den hölzernen Stegen erhebt sich ein prachtvoller Villenkomplex, in dem sich heute ein Restaurant befindet. Erstmals wurde die Seebrücke im Jahr 1906 erbaut. Wir staunen über den sagenhaften Anblick und schießen natürlich einige Erinnerungsfotos. Dann kühlen wir uns in der 19 Grad kalten Ostsee ab. Ein Fischbrötchen auf dem Rückweg und zurück mit dem bummelnden Roland.


Nachdem wir einige schöne Orte der Insel gesehen und Kraft getankt haben, soll es eigentlich weitergehen. So der Plan. Die Fähre von Sassnitz nach Ystad in Südschweden ist allerdings für die nächsten fünf Tage ausgebucht. Das würde unseren Zeitplan sprengen. So müssen wir nach Alternativen suchen. Eine Möglichkeit wäre zurück nach Rostock zu fahren um dort eine Fähre nach Trelleborg zu nehmen. Allerdings wäre das mit einer fast zweistündigen Rückfahrt verbunden. Für uns eher eine schlechte Option. Bleibt noch die andere. Von Sassnitz fährt eine weitere Fähre nach Bornholm, eine dänische Insel unterhalb von Schweden. Von dort geht dann eine weitere Fähre zu unserem ursprünglichen Startpunkt in Schweden, Ystad. Nachdem wir aber einige Fotos von Bornholm sehen, wird uns schnell klar, dort bleiben wir ein paar Tage, ehe wir die nächste freie Fähre nehmen. Der Weg ist schließlich das Ziel. Und so ist der nächste Halt außerplanmäßig Bornholm. Vielleicht ist es am Ende Schicksal das es uns hierhin verschlägt, denn wie oft übersieht man das Schöne neben der Strecke. Wir werden sehen.


Die Fähre nach Bornholm geht allerdings einen Tag später als geplant, so verbringen wir noch einen vierten Tag in der Wohnmobil-Oase auf Rügen. Das Wetter ist immerhin wie bestellt. Das wollen wir natürlich ausnutzen. Zeit für einen kleinen Städtetrip in eine Hansestadt. Wir fahren mit dem Zug nach Stralsund. Zwar befindet sich die 60.000 Einwohner Stadt nicht auf der Insel Rügen. Sie gilt aber als Tor zur größten Insel Deutschlands, mit der sie über zwei Brücken verbunden ist. Wir erreichen die wunderschöne Kleinstadt mit dem Regionalzug RE9 ganz gemütlich und direkt innerhalb von knapp 40 Minuten vom Bahnhof in Prora aus. Vom Hauptbahnhof in Stralsund geht es dann in wenigen Minuten in die prächtige Altstadt. Im 14. Jahrhundert war die Stadt neben Lübeck die bedeutendste Stadt im gesamten Ostseeraum. Diese Blütezeit ist heute noch allgegenwärtig. Nicht umsonst zählt die Altstadt seit dem Jahr 2002 zum UNESCO Weltkulturerbe. Pompöse Bürger­häuser, die mit unterschiedlichen Giebel­formen im gotischen und barocken Stil verziert sind. Die engen und verwinkelten Gassen sind gesäumt mit Kopfsteinpflaster. Wir lassen uns durch die Straßen treiben und entdecken immer wieder tolle Ecken. Verlaufen kann man sich eigentlich nicht. Das zentrale Leben spielt sich am Alten Markt und Rathaus ab. Wir bewundern die rustikalen Backsteingebäude neben prächtigen Prunkbauten. Ehe wir uns versehen, sind wir an der weitläufigen Hafenpromenade, die mit unzähligen Bars und Restaurants gespickt ist. Eine charmante Stadt, die zum Verweilen einlädt. Leider haben wir aber nicht soviel Zeit zum Verweilen, denn morgen geht es weiter in den Norden, nach Dänemark, die Insel Bornholm erwartet uns. Wir verabschieden uns von unserem ersten Etappenziel Rügen, eine so vielfältige Insel mit einem ungeheimen Freizeitfaktor.



Heute geht es endlich weiter. Mit einem Tag Verspätung verlassen wir die Insel Rügen und hüpfen weiter zur nächsten Insel. Wir nehmen die Fähre nach Bornholm und bleiben dort 4 Nächte, ehe wir nach Schweden übersetzen. Aber jetzt schauen wir Mal was das dänische Eiland so zu bieten hat. Und das ist so Einiges. Wildromantische Natur, raue Küstenlandschaften, malerische Fischerdörfer und feinsandige Strände. Bornholm ist Dänemark wie aus dem Bilderbuch! Die 40.000 Einwohner Insel unterhalb Schwedens hat uns in ihren Bann gezogen. Aber fangen wir von vorne an. Zunächst bringt uns die Bornholmslinjen samt Wohnmobil in circa drei Stunden auf die dänische Ostseeinsel. Wir zahlen für die Überfahrt etwa 140 EUR in der Hauptsaison. Die riesige Fähre bietet ein Restaurant, Loungebereiche, WCs, Duschen und sogar Kabinen. Nach einer angenehmen und ruhigen Fahrt erblicken wir in der Ferne bereits den Zielhafen in der "Inselhauptstadt" Rönne. Die bunten Häuser, der Leuchtturm und die blendend weiße Kirche fallen uns sofort ins Auge. Nachdem wir angelegt haben, steigen wir in unser Wohnmobil und starten zu unserer Bleibe für die nächsten vier Nächte. Diese liegt gerade einmal 15 Fahrminuten und zehn Kilometer von Rönne entfernt. In dem kleinen Fischerdorf Hasle an der Westküste befindet sich das Hasle Camping & Cottages. Die wunderschöne Ferienanlage befindet sich nur wenige Meter vom Meer entfernt und ist umgeben von idyllischer Natur. Etliche Rad- und Wanderwege starten direkt unterhalb des Campingplatzes. Mal direkt an der Küste, Mal durch dichte Wälder. Und auch auf dem Gelände selbst gibt es alle Annehmlichkeiten, die man sich vorstellen kann. So gibt es einen riesigen Spielplatz, ein Café mit Restaurant, einen kleinen Aquapark mit Schwimmbad und Sauna, eine voll ausgestattete Küche und natürlich WCs und Duschen. Nachdem wir unser Wohnmobil mit Strom und dem Nötigsten versorgt haben, erkunden wir die unmittelbare Umgebung. Nach einem kurzen Spaziergang entlang eines kleinen Pfades erreichen wir den wunderschönen Naturstrand von Hasle. Der breite und feinsandige Strand ist umgeben von endlosen Wäldern. Die Wellen tosen bei starken Wind. Obwohl es etwa 20 Grad hat, ist hier heute sicherlich kein Badetag. Dennoch genießen wir hier die wilde Naturkulisse. Ein wahrer Genuss für Auge und Geist. Entlang der Küste spazieren wir nun weiter zum Hasle Hafen. Ein idyllischer Hafen mit kleinen Holzhäusern und bunten Fischerbooten, die verträumt vor sich hinschauckeln. Kleine Cafés und Restaurants haben sich um das Hafenbecken angesiedelt. Ein idealer Ort um zu Ruhe zu kommen.


Nachdem wir Hasle und die nahe Umgebung erkundet haben, wollen wir am nächsten Tag nach Rönne, dem kulturellen und gesellschaftlichen Zentrum der Insel fahren. Die knapp 14.000 Einwohner Stadt liegt ebenfalls an der Westküste unterhalb von Hasle. Direkt vor den Toren des Hasle Camping & Cottages liegt eine Bushaltestelle. Von Hier fährt uns die Linie Nummer 1 innerhalb von 20 Minuten und für etwa vier EUR pro Person nach Rönne. In Dänemark wird natürlich mit Dänischen Kronen bezahlt, also ist vor der Abfahrt noch Geldwechseln angesagt. Der Bus hält unmittelbar im Zentrum. Wobei die Kleinstadt schnell fußläufig abgelaufen ist. Es sind vorallem die kleinen Dinge, die hier so unendlich viel Charme versprühen. Die bunten Häuschen, das alte Kopfsteinpflaster, die rustikalen Backsteingebäude. Wild wachsende, farbenfrohe Blumen, die aus dem Boden hervorschießen. Wir spazieren durch die Straßen von Rönne und entdecken hinter jeder Ecke neue, wunderschöne Motive. In der Fußgängerzone haben sich viele Geschäfte, Cafés, Bars und Restaurants breit gemacht. Hier erlebt man diese nordische Gelassenheit. Bei kühlem Nieselregen sitzen die Einheimischen auf den Terrassen und genießen in Seelenruhe ihren Drink. Wir ziehen weiter Richtung Hafen. Hier entdecken wir dann die strahlend weiße Nikolaikirche und den Leuchtturm, der sich mitten aus einer Wohnsiedlung erhebt. Vorbei an Jahrhundert Jahre alten Fachwerkhäusern kehren wir dann schließlich wieder zur Bushaltestelle zurück. Rönne ist eine echte Perle, abseits der Hektik von Großstädten, dafür mit jede Menge Charme. Am nächsten Tag soll das Wetter dann wieder besser werden, ideale Bedingungen für eine Wanderung im Norden der Insel.


Wieder fahren wir mit der Buslinie 1. Diesmal geht es allerdings in den Norden nach Sandvig. Hier erwartet uns eine traumhafte Wanderung in einer atemberaubenden Naturkulisse. Weiße Strände, steile Klippen, romantische Leuchttürme, dichte Wälder, kristallklare Seen und historische Ruinen. All das erwartet uns auf der knapp 10 Kilometer langen Rundwanderung am Nordkap von Bornholm. Wir starten an der Strandpromenade des kleinen Ortes Sandvig. Ein fast weißer Sandstrand und ruhiger Wellengang zieht hier vormittags bereits einige Abgehärtete in die Fluten. Immerhin die Sonne scheint bei 18 Grad. Die Temperatur der Ostsee dürfte knapp darunter liegen, zumindest mit unseren Füßen gemessen. Wir folgen den markierten blauen Pfad "Hammeren". Der Küste folgend erhalten wir sensationelle Ausblicke auf das Meer und die pittoresken Felsklippen. Dichte Wälder erheben sich im Hintergrund. Zunächst gelangen wir zum ersten Leuchtturm, dem weißen "Lille Fyr“. Der Weg führt uns weiter entlang der Küste bis "Salomons Kapel“, eine Ruine aus dem Mittelalter. Über Stein und Fels der Westküste, vorbei an den beeindruckenden Felsklippen (Kælderhals) und der Fernsicht auf die legendäre Burgruine "Hammershus“ verlassen wir dann die Küste. Links führt ein Pfad etwas ansteigend zu Aussichtspunkten oberhalb Opalsø. Dort genießen wir herrliche Ausblicke auf die Landschaft im Inselinneren, ehe es weiter zum höchsten Punkt der Tour, dem zweiten Leuchtturm "Store Fyer“, geht. Hier ist sogar eine Besichtigung möglich. Wir gehen nun einen rechts abbiegenden Waldweg abwärts zu den Seen Opalsø und Hammersø. Entlang des Opalsø, vorbei an den steilen Felswänden führt uns der Weg zwischen den Seen schließlich wieder zum Ausgangspunkt der Tour. Dann erreichen wir wieder den Strand von Sandvig. Diese Tour gehört zweifelsohne zu den schönsten Tageswanderungen, die Bornholm zu bieten hat. Am Nordkap zeigt sich die ganze landschaftliche Vielfalt des dänischen Eilands.


Leider ist nun unser letzter Tag auf Bornholm angebrochen. Bei sonnigem Wetter und Temperaturen um die 25 Grad genießen wir nochmals das Inselidyll und sammeln Kräfte für die lange Weiterreise nach Schweden. Denn morgen fährt bereits um 6.30 Uhr die Fähre Richtung Ystad. Wir verabschieden uns von Bornholm. Die dänische Insel hat uns mit ihrer wilden und rauen Natur begeistert.



Die Fährfahrt mit der Bornholmslinjen von Rönne dauert diesmal etwa 80 Minuten. Wir legen in Südschweden im Hafen der Kleinstadt Ystad an. Von dort geht es entlang der E4 lange sieben Fahrstunden und etwa 600 Kilometer zu unserem nächsten Etappenziel, nach Mariefred. Dort werden wir für zwei Nächte unsere Akkus aufladen und dann weiter Richtung Norden fahren. Aber zunächst wollen wir euch über unseren Stopp in Mittelschweden berichten. Was könnte es zum Frühstück auf der Fährüberfahrt anderes geben, als eine köstliche Zimtschnecke. Schließlich verbringen wir nun einige Tage im Land der Zimtschnecken. Da wird sicherlich die ein oder andere noch folgen. Gestärkt fahren wir mit unserem Wohnmobil am Hafen von Ystad von Bord. Die lange Fahrt vergeht wie im Flug. Vielleicht liegt das am entspannten Verkehr hier. Keine Drängler, keine Raser. Wir fahren mit 100 km/h bei meist Tempolimit 120. Apropos Tempolimit, das solltet ihr in Schweden bzw. in allen skandinavische Ländern unbedingt beachten, sonst kann es sehr teuer werden. Es gibt nämlich viele Blitzer. Wir legen eine Rast nach etwas mehr als der Hälfte ein. Ein idealer Stop ist hier die Raststation Brahehus. Dort lässt sich die Pause gleich mit einer Sehenswürdigkeit verbinden. Denn unmittelbar bei dem Rastplatz ist über eine Unterführung die Ruine Brahehus erreichbar. Einst ein epochales Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert, ist es heute nur noch eine Ruine. Allerdings eine Ruine mit sensationeller Lage und Ausblick. Wir überblicken die weite Teile der Region Smaland und erhalten einen ersten Eindruck über die wunderschöne Landschaft Schwedens. Nach 3 weiteren Stunden Fahrt erreichen wir dann am Nachmittag unser Ziel für die nächsten 2 Nächte, den Campingplatz Mariefred.


Der Campingplatz liegt umgeben von herrlicher Natur unmittelbar am Mälaren, dem drittgrößten See Schwedens. Die Seefläche ist etwa doppelt so groß wie der Bodensee. Lediglich der Vänern und Vatternsee sind noch größer. Genau für diese traumhafte Seenlandschaften ist Schweden u.a. weltweit bekannt. Obwohl der Campingplatz etwas in die Jahre gekommen ist, findet man alles Nötige. WCs, Duschen, Küche, Strom und ein kleinen Supermarkt. Vorallem aber die Lage, direkt am feinen Kieselstrand des Mälaren, zeichnet das Mariefred Camping aus.


Aber nicht nur der See ist ein Highlight der Umgebung. Über einen hübsch angelegten etwa zwei Kilometer langen Fußweg durch ein Waldstück entlang des Sees erreicht man die Uferpromenade von Mariefred. Und diesen kleinen Ort in der Provinz Södermanland sollte man unbedingt gesehen haben. Obwohl hier gerade einmal 4.000 Einwohner leben, gibt es hier viel zu entdecken. Schon von weitem ist das Wahrzeichen der Region sichtbar, das Schloss Gripsholm. Das burgähnliche Schloss, direkt am Ufer des Mälaren, wurde 1537 von Gustav I. Wasa erbaut. Heute ist die Staatliche Porträtsammlung mit einer der umfangreichsten Sammlungen von Porträtzeichnungen untergebracht. Wir staunen über das epochale Bauwerk und spazieren durch den blühenden Schlosspark. Dort genießen wir immer wieder traumhafte Ausblicke auf die umliegende Seenlandschaft. Mariefred ist eingebettet in eine einzigartige Naturkulisse, die dem Ort seinen Charme und Flair verleihen. Während eine großzügige Uferpromenade unterhalb der Stadt liegt, umgeben Parks und Felder den oberen Teil. Überall finden sich einladende Spazierwege. Wir flanieren entlang des Seeufers, durch Parks und blühende Garten um das Schloss Gripsholm und gelangen dann ins Zentrum. Um die Kirche herum reihen sich farbenfrohe Holzhäuser aneinander. Viele kleine und hippe Geschäfte, Cafés, Bars und Restaurants finden wir hier vor. Es wirkt fast so, als ob die Welt hier noch in Ordnung wäre. Eine entspannte Atmosphäre gepaart mit eben dieser nordischer Gelassenheit. Ein idealer Ort um das idyllische Schweden und seine Seenlandschaft abseits der Großstadt kennenzulernen. Ein Ort um Ruhe und Kraft zu tanken. So gehört Mariefred mit Sicherheit zu den schönsten Kleinstädten Schwedens und ist eine entspannte Alternative zur Metropole Stockholm. Obwohl wir hier definitiv länger bleiben könnten, liegt noch eine weite Strecke vor uns. Aber es wartet ja noch ein weiteres Stück Schweden auf uns. Diesmal geht es an die Ostküste und wieder zurück zum Meer.



Unser nächstes und vorletztes Etappenziel vor dem Nordkap, ist Gullviks Hvsbad in der schwedischen Provinz Västernorrlands län. Wir fahren knapp 600 Kilometer, meist der Schnellstraße E4 (100 bis 120 Tempolimit) entlang, ehe wir das schwedische Nordland erreichen. Auf der Fahrt queren wir unzählige größere und kleinere Seen, die die Landschaft durchsetzen. Schließlich erreichen wir Gullviks Hvsbad. Und wir staunen nicht schlecht, als wir das wunderschöne Camping Resort erblicken. Es liegt direkt in einer feinsandigen Bucht am Bottnischen Meerbusen, einem nördlichen Ausläufer der Ostsee zwischen Finnland und Schweden. Das riesige Areal bietet unzählige Unterhaltungsmöglichkeiten, wie etwa einem beheizten Swimmingpool direkt am Meer. Bei einer Meerestemperatur von 15 Grad keine schlechte Alternative. An der Außentemperatur merken wir übrigens auch, dass wir uns dem Nordkap allmählich nähern. Während in Südeuropa und auch in Deutschland Ende Juli alle unter dem schwül-heißem Wetter lächzen, liegt das Thermometer hier im Nordland bei kühlen 18 Grad. Bei Sonnenschein ist dann schon ein Bad drin. Neben dem Schwimmbad gibt es auf dem Gelände noch etliche Spielplätze, eine Kartbahn, ein Freiluftfitness, ein Restaurant, einen kleinen Minimarkt, eine top ausgestattete Gemeinschaftsküche und natürlich Duschen und WCs. Es ist alles im Überfluss vorhanden. Gerade auch für Familien mit Kindern ein toller Ort. Das wirkliche Highlight ist aber sie sensationelle Lage in einer idyllischen Bucht mit Meerblick. Eigentlich fast zu schade um lediglich zwei Nächte hier zu bleiben, denken wir. Gut und gerne könnte man hier seinen Jahresurlaub verbringen. Denn genug zu bieten hat nicht nur das Camping Resort selbst, sondern auch seine zauberhafte Umgebung inmitten der Hohen Küsten (schwed. Höga Kusten).


Das Küstengebiet der Höga Kusten zählt seit dem Jahr 2000 zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt. Die durch Landhebung entstandene Küstenlinie gilt als die höchste der Welt. Der höchste Punkte erhebt sich knapp 300 Meter über den Meeresspiegel. Jedes Jahr erhebt sich die Küstenlinie übrigens um weitere 8 Millimeter. Über 10.000 Jahre hat sich Höga Kusten aus dem Meer erhoben. Nun zählen sie zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Schwedens. Ein vorzügliches Gebiet um einen aktiven Urlaub am Meer zu verbringen. Wohl nirgendwo auf der Welt kann man hoch hinaus wandern und doch stets dem Meer so nah sein. Die Landschaft hier besticht durch die unzähligen, hohen und steinernen Aussichtsgipfel, die tiefen Täler darunter, die schroffen Klippen und die endlos schlingenden Wanderwege. Die Natur ist meist noch vollkommen unberührt und wild. Ein Nationalpark der seines Gleichen sucht. Für uns als Freizeit-Bergsportler ein idealer Ort um in der kurzen Zeit einige Gipfel der Hohen Küsten zu besteigen. Anders als im Alpenraum bei uns Zuhause, sind die Höhenmeter und Distanzen natürlich überschaubar. So zählt die Anstiegslänge meist nur zwischen einem und drei Kilometer. Der Vorteil, mit relativ wenig Aufwand lassen sich sogar mehrere Gipfel an einem Tag besteigen, von wo man immer wieder andere atemberaubende Blickwinkel erhält. Um das Gullviks Hvsbad liegen gleich drei Gipfel unmittelbar herum. Diese lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Zum einen liegt oberhalb des Campingplatzes der Vikbottenberget. Mit einer einfachen Strecke von 1,8 Kilometern. Schnell gelangen wir als geübte Wanderer durch das Walddickicht auf das Felsplateau. Der Weg ist hervorragend markiert. Verlaufen unmöglich. Oben angekommen erhalten wir einen sensationellen Ausblick auf Seen, Inseln, Wälder, Berge und das Meer. Neben der Rezeption gelangen wir zu den anderen zwei Höga Kusten Gipfel. Da ist der kürzere 1,3 Kilometer lange Bergtjärnsberget und der etwa 2,5 Kilometer lange Anstieg zum Ögeltjärnsberget. Gerade der Ögeltjärnsberget lohnt sich unbedingt. Denn von hier aus genießen wir einmalige und endlose Ausblicke in die Ferne. Mit diesen unvergesslichen Eindrücken verlassen wir schließlich das Gebiet der Hohen Küsten und das Gullvik Hvsbad, ein perfekter Ort um Aktivität und Erholung miteinander zu verbinden. Wir lassen auch Schweden hinter uns, das uns mit seiner sagenhaften Landschaft und Kultur in wenigen Tagen begeistert hat. Nun geht es zu unserer letzter Etappe vor dem Erreichen des Nordkaps, ins finnische Lappland.



Über 700 Kilometer und 8 Stunden Fahrt liegen vor uns. Es geht zunächst der Schnellstraße E4 an der schwedischen Westküste entlang. Vorbei an unzähligen Seen und einer idyllischen Landschaft wird es merklich ruhiger. Immer weniger Autos kreuzen den Weg. Schließlich gelangen wir auf die E10 und fahren durch das schwedische Inland ehe wir die finnische Grenze queren. Hier werden wir dann ganz kitschig von einem auf der Straße schlendernden Rentier begrüßt. Was am Anfang noch Begeisterungsstürme loslöst, ebbt nach wenigen weiteren Kilometern ab. Denn zwischenzeitlich begegnen uns fast minutlich Rentiere auf oder an der Fahrbahn. Irgendwann umfahren wir die Wildtiere nur noch mit Augenverdrehen. Lappland und Rentiere gehören eben zusammen. Außerdem ist Finnlands nördlichste Region, die an Schweden, Norwegen, Russland und die Ostsee vorallem bekannt für seine arktische Wildnis, seine enlosen Wälder, die unzähligen Seen und Flüsse und natürlich die Naturphänomene wie die Mitternachtssonne und das Nordlicht. Zwar haben wir die Mitternachtssonne um wenige Wochen verpasst und auch die Nordlichter tanzen erst ab Ende August bis April im Himmel, dennoch hat die Naturkulisse Lapplands vieles zu bieten. Die Tage werden hier oben noch länger. Es ist Ende Juli und die Sonne geht erst um halb 12 Abends unter und um 3 morgens Uhr schon wieder auf. Man hat also quasi den ganzen Tag Zeit und Tageslicht um die Region zu erkunden. Leider wird uns auch eine Stunde von der Uhr genommen. Die Uhren gehen hier nämlich eine Stunde vor. Natürlich haben wir in den zwei Nächten, die wir hier verbringen, nur einen winzigen Bruchteil der faszinierenden Region gesehen, dennoch beeindruckt uns schon das Vorgefundene. Die Stille, die Ruhe und die Kraft der Natur. Natürlich gehört auch die Sauna zu Lappland, wie das Bier zu Bayern. Und all das finden wir unmittelbar an der E8 Richtung Nordkap, das von hier übrigens noch knapp 7 Stunden und 500 Kilometer entfernt liegt.


Wir verbringen zwei unvergessliche Tage im Lapin Lomamökit und Camping. Wer authentisches Lappland erleben will, sollte hier unbedingt halten. Umgeben von Wäldern, direkt am 410 Kilometer langen Fluss Torne älv liegt das Areal. Es ist nicht nur ein Eldorado für Fischer, sondern zeigt die ganze Idylle und Wildnis Lapplands. Urige Cottages, Gemeinschaftsduschen und WCs und natürlich Campingplätze direkt am Wasser. Aber Achtung Mückengefahr! Hier in den Sommermonaten von Mückenstichen verschont zu bleiben, ist wie ein Sechser im Lotto. Das wasserreiche und waldige Gebiet, bietet den perfekten Lebensraum für die Plagegeister. Zum Glück haben wir an unserem Wohnmobil überall Insektengitter. Das ist hier Gold wert. Abgesehen von den fiesen Stechmücken ist der Ort eine echte Oase der Ruhe und Entspannung. Ein Platz zum Abschalten in einsamer Natur. Perfekt um uns von den inzwischen etwa 3.000 Kilometern Fahrt endlich etwas zu erholen. Denn dazu ist Lappland überhaupt bestens geeignet. Wie passend das es auf der Anlage auch drei urige finnische Holzsaunen (Männer, Frauen und Gemischt) gibt. Saunieren im Heimatland der Sauna, umgeben von der Wildnis Lapplands, was gibt es Schöneres!? Sauna ist in Finnland Kultur und wird dementsprechend gelebt. Durch die Geselligkeit und Gastfreundlichkeit der Finnen kommen wir hier schnell in tolle Gespräche über Land und Leute. Zu Land und Leuten gehört, wie bereits erwähnt, bekanntlich auch das Rentier. Das gibt es nicht nur auf der Straße, sondern auch in leckeren Burgern oder als Steak im Restaurant auf dem Campingplatz serviert. Für unschlagbare 12 EUR erhalten wir einen ausgezeichneten Burger mit Pommes. Nicht nur Wohlfühlort für Körper und Geist also, sondern auch für den Magen. Wer nach in Lappland spektakuläre Sehenswürdigkeiten, Lifestyle und kulturelle Denkmäler sucht, ist eher am falschen Ort, dafür gibt es diese wilde, unberührte und weite Natur, Einsamkeit und viel Ruhe. Egal ob an Seen, Flüssen oder in Wäldern. Wir genießen die zwei Tage in dieser Abgeschiedenheit und verbringen die Zeit an der frischen Luft und am Abend in der heißen Luft in der Sauna. Ein anschließendes Abkühlen im 16 Grad kalten Fluss gehört natürlich auch dazu. Mit dieser Kraft können wir also die letzte Etappe zum Nordkap in Angriff nehmen. Ehe es aber dorthin geht, besuchen wir noch zwei sehenswerte Geschäfte mit allerlei finnischen Kuriositäten und Andenken, die sich gerade einmal einen Kilometer der Straße entlang befinden. Von Bärenfleisch bis hin zum Rentierfell gibt es hier etliche Mitbringsel. Und mit 50 Cent für einen Kaffee und Donut noch ein super Lockangebot.



Heute ist der Tag gekommen, es geht zum Nordkap, dem Endpunkt und gleichzeitig Wendepunkt unserer Rundreise. Es geht nun in das vierte skandinavische Land, nach Norwegen. Dort erwartet uns vorallem eines, spektakuläre Natur und sagenhafte Landschaften. Nach dem Erreichen des Nordkaps wollen wir an der norwegischen Westküste gemächlich Richtung Heimat fahren. Aber man soll bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben, das Nordkap liegt noch etwa 500 Kilometer und 6,5 Stunden Fahrt von unserer lappischen Unterkunft entfernt. Wir starten, wie üblich, sehr früh in der nordischen Helligkeit. Bereits um 3 Uhr weckt uns das Sonnenlicht, so dass wir um 4 Uhr morgens aufbrechen und somit den Tag voll auskosten können. Es hat sich nämlich "Kaiserwetter" angekündigt. Die Wetterprognose am Nordkap zeigt fast 20 Grad, Windstille und Sonne an. Eine echte Seltenheit. Zunächst fahren wir noch ein wenig entlang der E8 durch Lappland, bis wir die norwegische Grenze passieren. Grenzkontrollen gibt es übrigens für gewöhnlich nicht, da Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen allesamt im Schengenabkommen vertreten sind. Das erleichtert eine Rundreise in diesen Ländern natürlich erheblich. In Norwegen befahren wir die Landstraße E45, ehe wir in der Gemeinde Alta einen kurzen Stopp einlegen. Hier genießen wir einen sensationellen Ausblick auf die Fjördlandschaft. Das Wasser ist spiegelglatt. Als wir weiter auf die E6 Richtung Norden fahren, merken schnell, dass in Norwegen die Autofahrt schon ein Highlight für sich ist. Etliche Fotomotive bieten die Berg- und Küstenstraßen. Moosbewachsene Berghänge, funkelnde Seen und Fjorde und malerische Fischerdörfer, die sich an die Ufer schmiegen. Hier muss der Spruch "der Weg ist das Ziel" geschaffen worden sein. Wir fahren oft rechts heran und schießen viele Fotos von den wechselnden Landschaften. In wenigen Stunden bietet uns Norwegen schon einen Vorgeschmack was uns hier erwartet. Schließlich fahren wir auf die E69 auf und passieren mit Honningsvag den letzten größeren Ort vor dem Nordkap. Die Straßen sind wunderbar ausgebaut und einige Tunnel sind zu durchqueren. Der Verkehr hält sich trotz Hauptsaison, es ist der 01.08., in Grenzen. Meist ist die Fahrbahn leer. Nun geht es einige Serpentinen nach oben. Unser altes Knaus Wohnmobil quält sich die letzten Meter hinauf. Und dann sind wir da. Ein Lebenstraum ist erfüllt. Wir stehen am Nordkap. Nach über 3.500 Kilometern Fahrt, 5 Stopps in 5 Ländern und genau 2 Wochen stehen wir am nördlichsten Punkt des europäischen Festlands. Wir haben es geschafft. Mit unseren knapp 6 Monate und 3 Jahre alten Söhnen war die Fahrt ein echtes Erlebnis und Abenteuer. Nun darf hier natürlich das typische Touri-Foto an dem symbolischen Globus nicht fehlen. Wir finden ein kurzes Zeitfenster für einen gemeinsamen Schnappschuss und genießen dann stolz die gigantische Aussicht und das sonnige, ruhige Wetter hier oben am oft so wilden Kap.


Nachdem wir unseren Traum Nordkap verwirklicht haben und die Rückfahrt antreten, wollen wir aber die Umgebung des Nordkaps noch etwas erkunden. Denn hier gibt es viel mehr als das "touristische Ziel Nordkap". Wir verbringen daher noch eine Nacht im Basecamp North Cape. Der kleine Campingplatz unterhalb des Kap-Plateaus (etwa 13 Kilometer und 15 Minuten entfernt) liegt umgeben von wunderschöner Natur an einem idyllischen See. Es ist ein idealer Ort als Basis für euer Kap-Erlebnis. Für 45 Euro die Nacht erhalten wir hier einen Stellplatz für unser gebeuteltes Wohnmobil. Alternativ gibt es auch kleine Cabins. Gemeinschaftsküche, Duschen, WCs etc. ist ebenfalls vorhanden. Das wirklich besondere ist neben der Lage zum Nordkap aber vorallem die zum malerischen Fischerdorf Skarsvåg. Der etwa 60 Einwohner zählende Ort wird als das nördlichste Fischerdorf der Welt bezeichnet. Hier scheinen die Uhren tatsächlich stehengeblieben zu sein. Ruhe und Stille umgeben von einer einzigarten, idyllischen Kulisse. Farbenfrohe Holzhäuser reihen sich die menschenleere Straße entlang. Es gibt gerade einmal ein Café bzw. Restaurant im Ort. Ansonsten viel Natur und das Meer. Wir schlendern entlang der Hauptstraße zum Hafen. Ein Rentier kreuzt, mal wieder, unseren Weg. Am Hafen liegen die Fischerboote schaukelnd und verlassen vor Anker. Wir fühlen uns wie am Ende der Welt. Ein unglaublich schöner und erdender Ort. Unweit von Skarsvåg liegt noch ein weiteres Naturhighlight, das Kirkeporten. Das "Kirchenportal" ist ein geologische und pittoreske Felsformation in Form eines Fensters. Durch die mehrere Meter breite Öffnung hat man einen unvergesslichen Blick auf das Nordkap-Horn. Durch den mehrere Meter breiten Bruch kann man im Sommer zwischen 24:00 und 02:00 Uhr sogar die Mitternachtssonne sehen. Das Kirkeporten ist über einen etwa 2,5 Kilometer langen Rundweg beginnend bei der weißen Kirche zu erreichen. Wir gehen die wenigen Höhenmeter über den Hügel entlang eines Naturpfads. Der Weg ist durch weiße Pfosten markiert. Oben angekommen genießen wir zum Abschluss unseres Kap-Abenteuers einen fast kitschigen Ausblick durch das Kirkeporten und die atemberaubende Kapregion.


Und was nun? Unser Abenteuer ist noch längst nicht vorbei. Im Gegenteil, es liegen noch über 3,5 Woche vor uns. Und diese Zeit werden wir auch brauchen. Es geht nämlich entlang der spektakulären Küstenlandschaft Norwegens zurück Richtung Heimat. Über unsere Rückreise berichten wir euch im zweiten Teil Blog-Eintrags "Mit dem Wohnmobil zum Nordkap - Teil 2". Schaut gerne mal rein. Wir hoffen Euch hat unsere Fahrt zum Nordkap gefallen und ihr konntet euch vielleicht auch für dieses unvergessliche Erlebnis inspirieren.



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