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  • AutorenbildThomas Gräbel

Kambodscha - Angkor Wat

Aktualisiert: 23. Apr. 2021



Angkor Wat? Das Königreich Kambodscha ist ein Land in Südostasien. Es liegt zwischen Vietnam, Thailand und Laos am Golf von Thailand. Das buddhistische Land zählt nach dem blutigen Bürgerkrieg und der Schreckensherrschaft der "Roten Khmer" in den 1970er Jahren zu einem der ärmsten Länder Asiens. Kaum zu glauben also, dass sich hier einst eine der spektakulärsten Hochkulturen unserer Zeitgeschichte entwickelte - das Khmer-Reich. Die Khmer sind die größte Ethnie in Kambodscha und stellen mit mehr als 15,5 Millionen Einwohnern über 97 Prozent der Bevölkerung dar.

Im Nordwesten des Landes liegen die weltberühmten Ruinen von Angkor Wat, eines großen Steintempelkomplexes, der während des Khmer-Reiches gebaut wurde. Wir nehmen euch mit auf eine Reise in die ruhmreiche Vergangenheit Kambodschas und besichtigen die Tempelanlage von Angkor Wat.

Sie gehört nicht nur zum UNESCO Weltkulturerbe, sondern gilt auch als größtes religiöses Bauwerk der Welt. "Angkor" bedeutet "Stadt" und "Wat" Tempelanlage. Angkor Wat ist streng genommen eigentlich nur einer von vielen Tempeln in der gigantischen Tempelstadt Angkor. Er ist gleichzeitig aber der berühmteste und wird oft als Gesamtheit der Anlage verwendet.


Siem Reap im nordwestlichen Teil Kambodschas, welche sich nur knapp 6 Kilometer entfernt von Angkor befindet, gilt als Tor zu Angkor Wat. Die 170.000 Einwohner Stadt ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und bietet im Zentrum viele Geschäfte, Bars und Restaurants, welche am Abend zum Verweilen einladen. Die Preise sind aus europäischer Sicht gesehen außerordentlich günstig. Wir landen auf dem internationalen Flughafen Siem Reap. Über das Drehkreuz Bangkok ist die Stadt in etwa 2 Stunden erreicht. Von dort geht es zu unserer charmanten Unterkunft der Udaya Residence. Ein wunderschönes kleines Hotel, etwas außerhalb des Zentrums mit einem hervorragenden Frühstück und einer grünen idyllischen Poollandschaft. Der Preis ist unschlagbar günstig. Ein perfekter Ort zum Relaxen nach der schweißtreibenden Besichtigung. Im Vorfeld sollte man wissen, dass die Tempelstadt Angkor riesengroß ist. Alleine die Tatsache dass bislang etwa 1.000 Tempel und Heiligtümer auf einer Fläche von 400 Quadratkilometern entdeckt wurden, zeigt, dass sich die Anlagen nicht einfach mal kurz besichtigen lassen. Wir empfehlen daher 3 Tage um die beeindruckendsten Tempelruinen zu erkunden. Natürlich kann man Angkor auf eigene Faust erkunden. Hierbei geht man allerdings sprichwörtlich schnell verloren. Daher ist es ratsam sich einen offiziellen Tourguide zu nehmen, der euch auch spannende Informationen, Hintergründe, und Geschichten zu Angkor erzählen kann. Die Eintrittspreise sind relativ hoch. Ein-Tages-Ticket kostet 37 US Dollar, die 3 Tage kosten 62 US Dollar und das Wochenticket kostet 72 US Dollar. Wie bereits erwähnt, 3 Tage sollten für die Highlights der Tempelstadt absolut ausreichend sein. Wir gönnen uns den "Luxus" und buchen für etwa 300, - Euro ein tolles Gesamtpaket bei Happy Angkor Tours. Auf den ersten Blick ein stolzer Preis. Berücksichtigt man allerdings, dass es eine 3 tägige private Ganztagestour nur für uns zwei ist, wir mit einem klimatisierten Van inklusive Wasser bequem zu den verschiedenen Tempeln gefahren werden und einen einheimischen Guide bei der Besichtigung zur Seite haben, relativiert sich der Preis. Zudem haben wir immer unseren privaten "Fotografen" dabei, der uns tolle Motive und Blickwinkel zeigt. Wir können diese Tour bzw. Anbieter nur weiterempfehlen und erfahren so nebenbei noch viel über das Land, die Leute und die Kultur.


Am ersten Tag werden wir in der früh um 9 Uhr von Happy Angkor Tours abgeholt. Ein ereignisreicher Tag steht uns bevor. Wir sind gespannt auf das weltberühmte Kulturdenkmal. Das Wetter meint es fast zu gut mit uns. Über 30 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit werden den Tag zu einer schweißtreibenden Angelegenheit machen. Erster Stopp ist gleich die wohl berühmteste Tempelanlage Angkor Wat.

Bisher kannten wir die einzigartige Architektur des Tempels aus Reisemagazinen oder aus dem Fernsehen. Im Grunde ist er die Sehenswürdigkeit schlechthin. Nicht umsonst ziert er die Nationalflagge Kambodschas. Jetzt selbst davor zu stehen und ihn live zu bestaunen, ist ein tolles Gefühl. Es ist eben einer dieser Orte, die man einmal im Leben gesehen haben sollte, auch wenn es natürlich kein Geheimtipp ist. So finden wir hier Touristen aus aller Welt vor. Auf dem riesigen Areal verteilt es sich allerdings meist ganz gut. Angkor Wat ist das Denkmal des Aufstieges der Khmer. Im 10. Jahrhundert wurden unter König Yasovarman I. zahlreiche Bewässerungsanlagen und Stauseen angelegt, die unter anderem dazu beitrugen, dass mehrmals im Jahr Reis geerntet werden konnte. Diese erfolgreiche Landwirtschaft führte zu Nahrungsüberschüssen und brachte dem Khmer-Reich großen Reichtum und Einfluss. Das Land entwickelte sich zum Machtzentrum Südostasien und große Städte und Tempelanlagen wurden gebaut. Als im Jahr 1113 der König Suryavarman II. den Thron bestieg, baute er die Macht Angkors, damals Kambuja genannt, in mehreren Kriegszügen u.a. gegen das heutige Vietnam weiter aus. Daneben ließ er Tempelanlagen in Angkor restaurieren und neue errichten, darunter auch den ursprünglich hinduistischen Angkor Wat Tempel. Die Anlage wurde als Staatstempel des Königs erbaut und diente der Verehrung Vishnus. Im späten 13. Jahrhundert wandelte sich Angkor Wat vor dem Hintergrund der durch Jayavarman VII. veranlassten religiösen Revolution nach und nach von einer hinduistischen Kultstätte in eine des Buddhismus. Wir stehen vor dem Nationalsymbol Kambodschas und staunen über die unglaubliche Schaffenskraft in einer Zeit ohne größere technische Hilfsmittel. So benötigte Angkor Wat 37 Jahre Bauzeit, sagenhafte 300.000 Menschen und 6.000 Elefanten waren beteiligt. Sie setzten ein Denkmal für die Ewigkeit. Die Hochkultur der Khmer endete dann schlagartig im 15. Jahrhundert, als die Bewohner die Tempelstadt verließen. Der Grund hierfür ist bis heute nicht bekannt und eines der letzten kulturellen und archäologischen Rätsel des Parks. Schließlich vereinnahmte die Natur die verlassene Stadt. Erst unter der französischen Besetzung und Kolonialherrschaft wurde Angkor im 18.Jahrhundert wieder entdeckt – mitten im Dschungel, überwuchert von Bäumen und Pflanzen. Mit diesen Informationen begeben wir uns auf eine Reise tief in die Vergangenheit Kambodschas und merken an jedem Stein, jeder Statue und jedem Schriftzug die besondere Bedeutung dieses Bauwerks. Das fluchtartige Verschwinden der Bevölkerung gibt auch uns zu Bedenken und macht die Anlage noch etwas mystischer. Hauptmerkmal von Angkor Wat sind die berühmten fünf Türme, die die Form von Lotusblüten haben. Wir gehen weiter durch die Tempelanlage, welche aus Sandstein erbaut wurde und begegnen unzähligen Reliefs, welche Tänzerin, Kriegsepisoden und Szenen aus der hinduistischen Mythologie darstellen. Verschiedene Gänge und Räume führen uns weiter durch Angkor Wat. Dass die Ausrichtung des Eingangs, nach Westen ausgerichtet, symbolisch auf eine gigantische Grabstätte von König Suryavarman II. schließen lässt, hätten wir so natürlich nicht gemerkt. Erfahren wir jedoch von unserem Guide.

Um Angkor Wat herum finden wir riesige Wassergräben, welche dazu führten, dass der Tempel trotz jahrhunderter langer Verwahrlosung, von der Natur kaum eingenommen werden konnte und heute noch so gut erhalten ist. Zwischen Faszination und Begeisterung verlassen wir schließlich das Nationalsymbol Kambodschas.


Nun geht es weiter zu den anderen gigantischen Bauwerken der Khmer. Viele hiervon liegen in der Hauptstadt Angkor Thom. Anders wie Angkor Wat wurde Angkor Thom, u.a. mit dem berühmten Bayon Tempel und Ta Prohm, Ende des 12. Jahrhunderts bis Anfang des 13. Jahrhunderts von König Jayavarman VII. errichtet, der als einer der bedeutendsten und letzten der großen Könige bzw. Herrscher von Angkor gilt. Diese Tempelanlagen wiesen ebenso keine hinduistische, sondern eine buddhistische Prägung auf. Zunächst besuchen wir Angkor Thom. Sie galt als "große Hauptstadt" des Khmer Reiches. Im Quadrat angelegt ist sie von einem 100 Meter breiten Wassergraben und einer Stadtmauer umgeben. Hier im Zentrum befindet sich der Bayon Tempel mit seinen einzigartigen Gesichtertürmen. Er diente als ehemaliger Staatstempel. Von den ursprünglich geschätzten rund 50 Türmen stehen heute noch 37. Von jedem Turm lächelt das in Stein gehauene Antlitz des Lokesvara (Herrscher der Welt) jeweils mit einer anderen Miene hinab. Man vermutet, dass die Darstellung Jayavarman VII. nachempfunden ist. Die meisten Türme bestehen aus vier Gesichtern, die jeweils einer anderen Himmelsrichtung zugewandt sind. Wir spazieren durch den nach Angkor Wat wohl berühmtesten Tempel, vorbei an prachtvollen Galerien und entlang reich verzierter Wände. Wunderschöne Reliefs zeigen Kriegs- und Alltagsszenen.


Von hier geht es weiter zum schlichten aber nicht weniger schönen Tempel Phimeanakas. Während Bayon als Staatstempel diente, sollte der Phimeanakas lediglich dem König dienen. Der zunächst als hinduistischen, im 11. Jahrhundert erbaute Tempel, wurde unter König Jayavarman VII. in ein buddhistisches Bauwerk umgewandelt. Wir gehen die von Steinlöwen flankierte Treppe hinauf zu der 12 Meter hohen Pyramide. Der Legende nach soll der Tempel einen goldenen Turm besessen haben, in dem ein Geist wohnte. Während der Geist tagsüber die Gestalt einer Schlange annahm, verwandelte er sich Nachts in eine schöne Frau. So näherte sich der König verständlicherweise nur am Abend. Die Faszination der Orte, deren Geschichten und Legenden bringen uns immer wieder zum Staunen. Unser erster Tag endet hier mit unvergesslichen Eindrücken dieser sagenumwobenen Hochkultur der Khmer. Wir sind schon gespannt was uns noch erwarten wird.


Am nächsten Tag startet unsere Tour wieder früh am Morgen. Um 9 Uhr wartet unser Fahrer und Guide. Es geht zu einem der größten Tempelanlagen, dem Baphuon. Er wurde Mitte des 11. Jahrhunderts unter König Udayadityvarman II. ursprünglich als Staatstempel errichtet. Der Tempel stand einst in Yasodharapura, der ersten Hauptstadt Angkors. Später wurde er Teil der Hauptstadt Angkor Thom unter Jayavarman VII.. Eine knapp 200 Meter lange Säulentreppe führt uns zur 24 Meter hohen Tempelpyramide hinauf. Von hier oben erhalten wir einen sagenhaften Blick über die ehemalige Hauptstadt Angkor Thom.


Nun besuchen wir einen der berühmtesten Tempel von Angkor. Und das nicht zuletzt aufgrund eines Hollywood Films, der sich der Kulisse bediente. Sie war wie erschaffen für Lara Croft und den Film "Tomb Raider". Der verfallene und vom Urwald überwucherte Tempel, verleiht dem Ta Prohm etwas Mystisches. Die riesigen Wurzeln der Wollbäume umklammern die Mauern und Tempelgebäude seit Jahrhunderten. Die außergewöhnliche Vegetation und Natur hat den Tempel sprichwörtlich fast verschlungen und ihn größtenteils zerstört. Eine einzigartige Atmosphäre begleitet uns auf dem Weg über die Holzstege durch die Gemäuer des Ta Prohms. Es könnte fast etwas friedliches hier haben, wenn da nicht die vielen Touristen wären, die sich auf den Wegen drängeln und vor den gigantischen Baumwurzeln für das perfekte Foto posieren. Alleine aufgrund seines Hollywood Charmes wird an diesem Ort immer viel los sein. Daher sollte man den Ta Prohms unbedingt sehr früh oder am Abend besuchen.


Nun verlassen wir die Touristenpfade und fahren wieder etwas abseits. In warmen Brauntönen leuchten die Türme des Pre Rup Tempels in der Sonne. Er gehört zu einer der kleineren Tempelanlagen von Angkor, ist aber ebenso sehenswert und weitaus weniger überlaufen als die berühmten Tempel Angkor Wat, Bayon und Ta Phroms. Steile Treppen führen uns hoch zur Tempelpyramide und seinen 5 verzierten Säulen. Pre Rup wurde im 10. Jahrhundert unter Rajendravarman II. als Staatstempel zu Ehren Shivas als hinduistischer Tempel erbaut. Er diente unter anderem als architektonische Vorlage für seinen berühmten Bruder Angkor Wat. Wir genießen die herrliche Ruhe, umgeben vom wildem Dschungel, springen Affen über die verfallenen Ruinenmauern des Tempels. Irgendwie hat die Kulisse hier etwas vom "Dschungelbuch".


Nun ein Tipp für eine Alternative des teils doch recht überlaufenen Ta Prohm Tempel. So heißt er nur nicht ähnlich, sondern gilt auch als "kleiner Bruder", der Ta Som ist ein verwunschener, wenig frequentierter Tempel, der nicht nur architektonisch dem Ta Prohm sehr ähnlich ist. Auch hier hat sich die Natur den Tempel wieder geholt. Die alten Gemäuer sind mit riesigen Wurzeln bewachsen. Anders als die Tempelberge des Angkor Wat und Bayon, gehört der Ta Som und der Ta Prohm zu den sogenannten Flachtempeln. Der vom Dschungel überwucherte Tempel ist beschaulich, idyllisch und gleichzeitig mystisch. Wir gehen durch die verfallenen Gänge und Tore zum Highlight des Ta Som. Der Gopuram (Gesichterturm), der sich fest im Griff einer Würgefeige befindet und von deren mächtigen Wurzeln zunehmend zerstört wird. Was für ein unglaublicher Anblick. Wir stellen uns neben die gigantischen Wurzeln und wirken so klein in Anbetracht der Macht der Natur. So endet dann auch unser zweiter Tag bei den Kultur-und Naturwundern von Angkor.


Der letzte Tag startet für einen Urlaub eigentlich viel zu früh. Um halb 5 morgens werden wir bereits abgeholt. Dafür soll uns ein wahres Spektakel in Angkor Wat entschädigen. Der Sonnenaufgang über den berühmten Lotus Türmen gilt als das Must-See eines Angkor Besuches. Dementsprechend viel ist um diese Uhrzeit bereits unterwegs. Viele erwarten das Naturschauspiel über dem berühmtesten Tempel des Landes. Hier soll das perfekte Fotomotiv entstehen. Romantische Stimmung kommt hier aber weniger auf. Die Menschenmassen platzieren sich wie in einem Kino auf den besten Plätzen. Auf Fotos haben wir die Kulisse zum Sonnenaufgang bereits bestaunen dürfen. Leider haben wir diesmal nicht das Glück ihn auch in live zu sehen. Die Wolken stören unser Glück. Die Sonne zeigt ihr Farbenspiel nicht über dem Tempel. Schade. Dann halt wieder ab ins Bett.


Gegen 10 Uhr versuchen wir unser Glück noch einmal und werden wieder von unserem ausgeschlafenen Tourguide in Empfang genommen. Als letzten Tempel unserer Reise besuchen wir den knapp 40 Kilometer von Siem Reap entfernten

Banteay Srei. Er ist damit fernab der meisten Tempel von Angkor und verzaubert uns vorallem durch seine facettenreichen Verzierungen und Ornamente. Es handelt sich um den am kunstvollsten gestalteten Tempel Angkors. Er wurde im 10. Jahrhundert zu Ehren Shivas als hinduistisches Denkmal errichtet. Erst 1918 wurde der Tempel von französischen Forschern wieder entdeckt. Wir bestaunen die fein gearbeiteten Reliefs und die in rotbraunen Sandstein gemeißelten Figuren. Vor den Türmen thronen und wachen mythische Gestalten mit Affenköpfen. Banteay Srei, genannt auch "Zitadelle der Frauen" oder "Zitadelle der Schönheit", ist ein Zeugnis klassischer Khmer-Kunst.


Das war unser Abenteuer im Herzen Kambodschas, im Reich der sagenumwobenen Khmer. Wir erlebten eine Faszination aus Kultur, Mythen, Legenden, in einer mystischen Naturkulisse. Wer die Identität des Landes spüren und kennenlernen will, der sollte sich Angkor nicht entgehen lassen. Es ist ein wahres Weltwunder der Baukunst und Zeitzeuge einer der größten Hochkulturen unserer Weltgeschichte.


Zum Abschluss werden wir noch ins wunderschöne Hinterland Siem Reaps gebracht und erleben hier dann doch noch unser romantisches Naturschauspiel. Der Sonnenuntergang über den weiten grünen Reisfeldern.

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