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  • AutorenbildThomas Gräbel

Slowenien - Klein aber fein

Aktualisiert: 30. Jan. 2022



Die Redewendung "klein aber fein" scheint wie geschaffen für Slowenien. Ein kleines Balkanland aber ein großes Multitalent in Sachen Urlaubsvielfalt. Fast 3.000 Meter hohe Berge in den Julischen Alpen, kristallklare Seen, historische Städte, märchenhafte Höhlen, prächtige Burgen und mediterrane Küstenorte. Das alles findet man auf einer Fläche, die nicht einmal ein Drittel so groß ist wie unser Bundesland Bayern. Das Land hat gerade einmal zwei Millionen Einwohner und wurde erst im Jahr 1991 vom ehemaligen Yugoslawien unabhängig. Der Beitritt in die NATO und EU erfolgte dann im Jahr 2004. Drei Jahre später trat man der Eurozone bei. Heute ist Slowenien eines der wohlhabendsten Länder des ehemaligen Yugoslawien. Das Land hat eine bewegte Vergangenheit. Die erste Besiedlung erfolgte im 6. Jahrhundert durch die Slawen. In den folgenden Jahrhunderten fiel es dann unter die Herrschaft des römischen Reiches. Dann folgte die Habsburgermonarchie. Mit der Auflösung Österreich-Ungarns im Jahr 1918 fiel das Land als Teilrepublik dem Königreich Yugoslawien zu. Slowenien hat sich inzwischen zu einem echten Trendziel für einen abwechslungsreichen Urlaub gemausert. Die Kriminalität ist sehr gering und die Infrastruktur ist hervorragend ausgebaut. Die Wege sind zudem außerordentlich kurz. Vom Meer in die verschneiten Berge fährt man keine zwei Stunden. Das Land bietet sich sowohl als Sommer-, als auch Winterurlaub an. Eine perfekte Reisezeit gibt es daher kaum. Im Winter locken die etlichen Skigebiete und Langlaufloipen um Kvarvec und Mariborsko Pohorje Wintersportler an. Im Sommer, Frühling und Herbst ziehen die mediterranen Küstenorte Koper, Izola, Piran und Portoroz Badeurlauber an. Daneben bietet das Land für Naturliebhaber traumhafte Kulissen. Die sagenhaften Seen Bled und Bohinj, der atemberaubende Nationalpark Triglav, die geheimnisvolle Vintgar Klamm, das wilde Soca Tal und die einzigartigen Höhlensyteme Postojna und Skocjan sind nur einige Highlights der wunderschönen Natur Sloweniens. Das gut ausgebaute Wandernetz führt hoch bis zum höchsten Berg des Landes, dem Triglav auf 2864 Meter. Wer neben Badespaß und Natur auch Kultur sucht, wird vom kleinen Slowenien auch nicht enttäuscht werden. Die historische Hauptstadt Ljubljana, die europäische Kulturhauptstadt Maribor, die venezianischen Küstenorte oder die vielen Burgen wie z.B. Predjama und Bleder Burg sind reich an Historie und von hohem kulturellen Wert. Slowenien ist zudem bekannt für seinen nachhaltigen Tourismus. Es gilt als eines der grünsten Länder unserer Erde.


Wir nehmen euch im Frühsommer nun mit auf eine Rundreise durch das kleine aber feine Slowenien und zeigen euch einige sehenswerte Highlights des Landes. Von München aus fahren wir nicht lange. Slowenien ist nach keinen vier Stunden Fahrt erreicht. Gleich hinter der österreichischen Grenze im Bundesland Kärnten führt der 8 Kilometer lange Karawankentunnel auf die slowenische Seite und macht uns 7,50 Euro ärmer. Apropos, auf slowenischen Autobahnen herrscht Vignettenpflicht. Die Vignette sollte man vor dem Auffahren auf die Autobahn schon vor der Grenze an einer Raststation in Österreich holen. Sie kostet happige 15 Euro für 7 Tage oder 30 Euro für 30 Tage. Gesagt, gezahlt. Nun erreichen wir kurz hinter der Grenze schon das erste Ziel, den märchenhaften Bleder See in der Region Oberkrain. Es ist einer dieser Orte, die man im Leben aufjedenfall gesehen haben sollte. Der wunderschöne kristallklare See liegt auf 475 Metern Höhe und ist umgeben von den Julischen Alpen. In seiner Mitte des Sees thront die Insel Blejski Otok mit seiner bezaubernden Kirche. Der Gebirgssee liegt am Kurort Bled und ist heute voll touristisch erschlossen. Über Bled thront auf einem 130 Meter hohen Felsen am See die Bleder Burg. Die imposante Burganlage bietet tolle Ausblicke auf den See und gilt als älteste Burg Sloweniens Eine gut befahrene Straße zieht sich um den zwei Kilometer langen und 1,4 Kilometer breiten See, der mit bis zu 25 Grad im Sommer zu einem der wärmsten der Alpen zählt. Hier ist Baden ein Genuß. Rund um den See ziehen sich außerdem viele kurze und lange Wanderwege. Einen fantastischen Blick auf die ganze fantastische Kulisse des Sees erhalten wir nach einem kurzen Spaziergang vom Seeufer bergauf durch einen Wald. An der Ojstrica genießen wir auf einem kleinen Felsplateau mit einer Bank einen unvergesslichen Blick auf den See, die Insel und die Bergwelt. Hier entstehen tolle Fotomotive. Vom Seeufer bringen kleine traditionelle Stehruderboote Touristen gegen Entgelt hinüber auf die malerische Insel, welche übrigens die einzige in ganz Slowenien ist. Ansonsten laden viele Liege Flächen und Restaurants entlang des Sees zur Rast ein. Im Sommer kann es hier aber sehr voll werden. Auch viele asiatische Reisegruppen tummeln sich dann um den wohl berühmtesten See des Landes.


Wir fahren weiter am Bleder See vorbei und treffen nach knapp 20 Kilometern auf das nächste Naturjuwel Sloweniens, den Bohinj See. Bohinj ist ein verträumtes Tal im Herzen der Julischen Alpen. Der Bohinjer See liegt im Herzen des Nationalparks Triglav, einem der ältesten Nationalparks in Europa. Über Sloweniens größtem natürlichem See erheben sich unberührte Almen und mächtige Gipfel. Wir genießen die sensationelle Naturkulisse, die alte Steinbrücke und die schöne Kirche Ribčev Laz. Ein schöner Rundweg führt von hier am Ufer des 525 Meter hohen Gebirgssee entlang. Mit einer Länge von 4,1 Kilometer und Breite von 1,2 ist er nicht nur größer als der Bleder See, er ist auch um einiges beschaulicher. Während in Bled viele Hotels, Restaurants und Straßen den See zugebaut haben und mit Touristen bevölkern, ist am Bohinj See der Tourismus weit nachhaltiger. Er ist fast noch unberührt und bietet eine weitaus idyllischere Natur als rund um den Bleder See. Hier gibt es neben wenigen Hotels nur einen Campingplatz und ansonsten eben viel unverbaute Natur, einsame Wanderwege und viel Ruhe. Wir staunen jedenfalls über das schöne Farbenspiel des grün blau schimmernden Sees zwischen den steilen Felswänden des Triglavgebirges. Kleine Ausflugsschiffe schippern über den See. In den kleinen verschlafenen Ortschaften um den Bohinj Jezero bieten authentische Restaurants traditionelle Küche an. Ein wunderschönes Eck Sloweniens, dass das grüne Gesicht des Landes voll wiedergibt.


Es geht zurück vorbei am Bleder See und auf die Autobahn. Nur gut 80 Kilometer und eine Stunde Fahrt später erreichen wir schon die wunderschöne Hauptstadt Sloweniens, Ljubljana oder Laibach. Übersetzt heißt Ljubljana übrigens "geliebte Stadt". Eine der kleinsten Hauptstädte Europas zählt 290.000 Einwohner und ist die größte Stadt des Landes. Das kulturelle, politische und wirtschaftliche Zentrum der Republik Slowenien bietet neben historischen Bauwerken, Plätzen und Kirchen, vorallem auch weitflächige Grünanlagen. Unglaubliche Dreiviertel der Region Ljubljana sind Grünflächen. So gilt sie auch als grünste Hauptstadt Europas. Der Wandel von einer stark befahrenen zu einer Fußgänger und Radfahrer freundlichen Stadt ist hervorragend geglückt. Der Autoverkehr wurde fast vollständig aus dem Zentrum verbannt und Rad und Fußgängerwege stetig ausgebaut. Mittelpunkt der Stadt ist heute sicherlich die herrliche zentrale Promenade, welche entlang des Flusses Ljubiljanica geht über welchen mehr als ein Dutzend Brücken führen. Auf dem Fluss fahren schöne Panoramaboote und bieten schöne Perspektiven vom Wasser auf die Stadt und seine grünen Oasen. Die Universitätsstadt versprüht mit fast 50.000 Studenten ein junges und hippes Flair. Und auch die bewegte Vergangenheit hat im Stadtbild spuren hinterlassen. Sowohl Deutscher, Österreicher und Italiener herrschten über Ljubljana und prägten somit die Architektur der Stadt. Ein interessanter Mix aus österreichischen und mediterranen Lebensgefühl überzieht die Stadt. Wir beginnen die Erkundung am Zentralen Preserenplatz.

Hier befinden sich etliche Cafés, Bars und Restaurants entlang des Flusses. Die berühmte Dreierbrücke, eine Kombination aus drei Brücken führt über den Fluss in die Einkaufsstraße der Stadt. Auf der anderen Seite befindet sich das historische Zentrum mit prachtvollen Häusern und der Stadtburg. Wir gehen etwas entlang des Flusses und kommen zur Drachenbrücke. Sie ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Schließlich ziert der Drachen das Wappen der Ljubljanas. Von hier aus haben wir einen fantastischen Blick auf die Stadt und die Burg. Wir gehen über die Brücke Richtung Altstadt. Hier treffen wir auf den Zentralen Markt der Stadt. Ein geschäftiger, toller, kleiner Markt mitten in der Altstadt mit viel Angebot an Obst, Gemüse bis hin zu Textilien. Gleich daneben finden wir den prächtigen, barocken Dom St. Nikolaus am Ciril-Metodov-Platz. Er ist die Kathedralkirche des römisch-katholischen Erzbistums Ljubljana und wurde im Jahr 1706 eröffnet. Die Wege in der Stadt sind wirklich kurz und alles ist gut fußläufig erreichbar. So kommen wir auch schnell zum Laibacher Schloss bzw. Burg, das über der Stadt thront. Die einst von den Habsburgern gegründete Burganlage, welche ursprünglich aus dem 11. Jahrhundert stammt, ist das markante Wahrzeichen der Stadt Ljubljana und schon von Weitem sichtbar. Der Aufstieg zu Fuß ist für uns problemlos möglich, aber man kann auch die Zahnradbahn nehmen. Den Innenhof kann man kostenlos besichtigen und eines der Lokale besuchen. Ausserdem kann man für wenige Euro Eintritt auch mehrere Innenräume, ein Burgmuseum, die Burgkapelle, das Puppenspielmuseum und den Turm besuchen. Bei gutem Wetter bietet sich hier oben ein grandioser Fernblick über die Stadt bis hin zu den Alpen. Ideal zum Sonnenuntergang. Als letzten Halt besuchen wir dann noch den wunderschönen Tivoli Park. Das grüne Herz der Stadt. Etwas außerhalb der Altstadt finden wir die weitläufige Parkanlage. Abwechslungsreich mit einem Seerosenteichen, Rosenanlagen, Spielplätzen und viel natürlichem Schatten. Ein echter Rückzugsort mitten in der Stadt. Mit diesen grünen Eindrücken verlassen wir die sehenswerte slowenischen Hauptstadt.


Wir fahren keine Stunde weiter Richtung Südwesten und erreichen die spektakuläre und einzigartige Höhlenburg Predjama. Das mittelalterliche Wunder Predjama gehört zu den faszinierensten Burgen auf der ganzen Welt. In der 123 Meter hohen senkrechten Felsenwand thront eine über 800 Jahre alte uneinnehmbare Festung, die größte Höhlenburg der Welt. Hinter Burg befindet sich ein Geflecht von geheimen Gängen, von denen aus sich der Ritter Erasmus von Predjama auf seine Raubüberfälle begab und der Legende nach ein Jahr der kaiserlichen Belagerung Stand hielt. In der Höhle unter der Burg fanden Fledermäuse ihr Heim. Der sagenhafte Ort im Karstgebiet ist untergraben von einem gigantischen Höhlensytem, das besichtigt werden kann. Die mystische und legendäre Burg Predjama sollte bei keinem Slowenien Besuch fehlen und wurde nicht umsonst bereits mehrfach unter die zehn spektakulärsten Burgen der Welt gewählt. Die mysteriöse Höhlenburg war außerdem Drehort vieler Spielfilme und inspirierte u.a. den Autor der Kultserie "Game of Thrones" George R. R. Martin bei seinem Besuch.


Eng damit verbunden ist auch unser nächster Halt. Die Postojna Jama, Höhlen von Postojna, liegen nur wenige Kilometer von der Höhlenburg Predjama entfernt und gehören dem Postojna Park an. Der Park verbindet die Besichtigung beider Attraktionen mit einem Kombitick, welches etwa 35 Euro pro Person kostet. Wir Übernachten direkt neben dem Eingang der Höhlen im schicken Jama Hotel. Dort kaufen wir auch direkt unsere Tickets für die Postojna Höhlen. Der Eintritt hierfür kostet 25 Euro pro Person.

So wunderschön das Land von oben ist, so einzigartig sieht es auch in der Unterwelt aus. Wir werfen einen Blick hinter bzw. unter die Kulissen und werden von einer prächtigen Unterwelt empfangen, die ihresgleichen sucht.

Über 10.200 Höhlen und Grotten wurden in dem nur 20.273 km² großen Alpenland im Laufe der Jahre entdeckt. Jährlich kommen etwa 100 neu entdeckte Höhlen oder Höhlensysteme dazu. Experten schätzen, dass es insgesamt über 30.000 Höhlen in Slowenien gibt. Postojna ist die zweitgrößte für Besucher zugängliche Höhle der Welt. Wir sind gespannt auf die mystische Unterwelt. Eine 10 minütige Zugfahrt bringt uns in die gigantische Unterwelt der Postojna Höhle, in der wir fantastische Karstphänomene, Stalagmiten, Stalaktiten und viele weitere Wunder der Natur in einer der schönsten Höhlen der Welt bestaunen. Der fünf Meter hohe und glänzend weiße Stalagmit, "Brillant" genannt, stellt mit all seiner Pracht das Symbol am Ende der Höhle von Postojna dar. Die 3 Kilometer lange geführte Besichtigung macht uns fast sprachlos, so unwirklich scheint die Welt hier unten. Wir müssen dazu sagen, dass wir grundsätzlich kein Freund von Tropfsteinhöhlen sind, da wir meist nur kleine unbedeutende Höhlengänge gesehen haben. Diese Erfahrung hier hat uns gezeigt wie atemberaubend schön auch Höhlen sein können.


Und wie geht es weiter? Wir haben Berge, Seen, Städte, Burgen und Höhlen gesehen. Da fehlt nur noch das Meer. Und genau dahin fahren wir nun. Etwa 70 Kilometer und eine Stunde Fahrt südwestlich befindet sich der romantische und wohl schönste Küstenort, Piran. Slowenien kann nämlich auch Meer. So reihen sich einige hübsche Küstenorte an die nur 46 Kilometer lange slowenische Riviera an der Adriaküste. Hier finden vorallem dann auch Badeurlauber ihr Glück. Egal ob von Beton-, Stein- oder Kiesstränden, es gibt dort viele Möglichkeiten sich im adriatischen Meer abzukühlen. Nebenbei findet man auch einiges an Kultur in den prächtigen Altstädten der Riviera. Die kleine Stadt Piran hat knapp 4.000 Einwohner und bietet eine prachtvolle venezianische Architektur, enge verschlungene Gassen und eine lange Promenade mit etlichen Bademöglichkeiten. Dass die Stadt lange unter venezianischer Herrschaft stand, merkt man am gesamten Stadtbild. Es wirkt hier irgendwie alles sehr italienisch. Die Grenze zu Italien ist ja auch nur wenige Kilometer entfernt. So befindet sich auf dem prachtvollen Tartini Platz das gotische rote Venezianerhaus und das Tartini-Haus mit hübschen Fresken. Das letztere ist übrigens das Geburtshaus des Geigers Giuseppe Tartini. Das Rathaus aus dem 19. Jahrhundert besitzt einen Steinlöwen, ein Symbol der ehemaligen Republik Venedig. Von hier streifen wir durch die charmanten, malerischen Gassen und lassen uns einfach treiben. An jeder Ecke wartet eine schöne Überraschung. Wir gehen nach oben zur ehemaligen Stadtmauer und erblicken die wunderschöne Kathedrale Sankt Georg, welche erhaben über der Stadt thront. Von hier aus genießen wir einen atemberaubenden Blick über die auf einer Halbinsel liegenden Altstadt und das weite blaue Meer, inklusive romantischer Sonnenuntergang. Wir sind begeistert von der Küstenstadt. Nicht zuletzt wegen unserem tollen Hotel Piran, welches direkt an der Promenade mit eigener Badefläche liegt und Urlaubsfeeling der Extraklasse bietet. Apropos Extraklasse. Extraklasse essen könnt ihr gleich am kleinen Hafen im Restaurant Pirat. Frische, mediterrane Küche mit lustigen Unterhaltungswert. Da es hier meistens voll ist, sollte man reservieren. Das tun wir und genießen hier jeden Tag bestes Essen.


Und doch haben wir zum Abschluss noch ein absolutes Highlight parat. Ein Fluss-Tal wie von Zauberhand geschaffen. Ursprünglich und wild, das Soca-Tal. Obwohl wir viele Alpen- und Fluss-Täler gesehen haben, lässt uns dieses Tal, umgeben von den hohen Gipfeln des Triglav-Nationalparks, staunend zurück. Wir wollen euch dieses noch unbekannte Naturparadies mitten in Europa etwas genauer vorstellen. Das Soca-Tal liegt im Nordwesten von Slowenien in den Julischen Alpen inmitten des Triglav Nationalparks. Das Tal verläuft entlang des märchenhaften Flusses Soca durch atemberaubende Natur und pittoreske Felslandschaften. Das Wasser der Soca schimmert dabei in karibischen Blautönen und windet sich durch Schluchten, Klammen und öffnet sein Flußbett schließlich in weitläufigen Stränden. Diese zauberhafte Kulisse ist ein wahrer Sehnsuchtsort für Naturliebhaber und Wassersportbegeisterte. Und das Beste daran, Massentourismus ist hier noch Fehlanzeige. Von München sind wir bereits nach einer etwa vierstündigen Fahrt im Herzen des Tals. Wir übernachten im Hotel Mangart, einem zentralen und schicken Hotel mit kleinem Naturbadeteich zum Abkühlen. Dazu ein sehr gutes Frühstück und Abendessen. Ein Perfektes Preis-Leistungsverhältnis und idealer Standort für die Erkundung der wunderschönen Umgebung. Das Hotel liegt nur wenige Minuten fußläufig im touristischsten Hauptort Bovec. Dort werden viele Wassersport Aktivitäten wie etwa Kajak, Rafting oder Canyoning angeboten. Außerdem gibt es im Zentrum viele Restaurants, Bars und sonstige Shopping Möglichkeiten. Von hier aus sind die schönsten Sehenswürdigkeiten der Region schnell erreicht. Und damit fangen wir nun an.


Nur etwa 11 Kilometer von Bovec entfernt, befinden sich die sogenannten Velika korita Soče, die großen Soca Tröge. Dort erleben wir ein Naturschauspiel, das seines Gleichen sucht. Die Soca, deren Wasser, je nach Sonnenlicht, von smaragdgrün bis karibisch blau schimmert, schlängelt sich hier durch schmale Klammen und ergießt sich dann tosend in großen und kleinen Becken. Dann öffnet sich der Flußlauf schließlich in weiten Kiesbänken. Einige Holz-Hängebrücken überziehen den wilden Fluss. Parkmöglichkeiten bestehen direkt an den großen Soca Trögen. Von dort gehen wir flußabwärts und bestaunen was die die Natur hier geschaffen hat. Pittoreske Felsformationen und immer wieder die fast blendende, unreale Fussfarbe der Soca. Dazwischen endloses Grün und dichte Wälder, überragt von den schroffen Gipfeln des Triglavs. Ein Sehnsuchtsort für alle Naturliebhaber! Nun muss man dazu erwähnen, dass wir in unseren bayerischen Alpen auch viele Klammen, Täler und Flüsse gesehen und erlebt haben, das Soca-Tal aber unerreicht bleibt. Diese Farben, die Ursprünglichkeit und die Wildnis haben wir an keinem anderen Ort in dieser Form je erlebt. Wir setzen und auf die Kiesbänke und genießen die sommerlichen Temperaturen. Obwohl es in den Sommermonaten durchaus heiß werden, eignet sich das Tal natürlich nicht für einen reinen Badeurlaub. Dann lieber 1,5 Stunden weiter an die Küste fahren. Die Temperatur der Soca beträgt selbst im Hochsommer nur 10 Grad und lädt höchstens zur kurzen Abkühlung ein. Und selbst dann fühlt es sich eher nach Eisbaden an. Nur Abgehärtete springen in die eisigen Becken, die der Fluss geschaffen hat. Wenn ihr aber mal im glasklaren Wasser untertaucht, fühlt ihr euch wie neu geboren. Versprochen!

So lassen wir den Tag an uns vorbeiziehen und genießen die wunderschöne Naturkulisse.


Unweit der großen Soca Tröge, befinden sich die Mala korita Soče (kleine Soča-Tröge). Man folgt der Regionalstraße Bovec–Vršič. Dort befindet sich ein Parkplatz an der Abzweigung in Richtung Vrsnik und Vas na Skali. Gut zu sehen sind sie auch von der steinernen Brücke über dem Fluss. Ähnlich wie die großen Soca Tröge hat sich der Flusslauf seinen Weg durch die pittoresken Kalksteinfelsen geschaffen. Ein schöner Fußweg führt entlang des Flusses und so lassen sich die Großen und kleinen Soca Tröge bestens miteinander verbinden.


Ein weiteres Highlight des Tals sind die einzigartigen und so unterschiedlichen Wasserfälle. Da wäre fußläufig von Bovec der Virje Wasserfall (Slap Virje). Eine moosbewachsene Landschaft mit einem kleinen zauberhaften Wasserfall, der sich in einen großen Gumpen ergießt. Auch der Boka Wasserfall (Slap Boka) befindet sich unweit von Bovec. Mit einer Höhe von 144 Meter und einer Breite von 18 Meter kann sich Sloweniens wasserreichster Fall mit den größten Wasserfällen Europas messen. Besonders in den Niederschlag reichen Monaten ist er beeindruckend. Wir entschließen uns jedoch den Kozjak Fall (Slap Kozjak) zu besuchen. Für uns ist es Sloweniens schönster Wasserfall. Und das nicht wegen seiner Größe oder seinen Wassermassen, sondern vielmehr wegen seiner einzigartigen Lage. Zum Kozjak Wasserfall fahren wir den Regionalstraße vorbei an den Soca Trögen in Richtung Korabid. Nahe dem Ort, befinden sich die kostenpflichtigen Parkplätze. Von dort führt uns ein gemütlicher 30 minütiger Spaziergang vorbei an einer atemberaubenden Schlucht mit Hängebrücke hinein in ein Waldgebiet. Kurz vor dem Slap Kozjak steht inzwischen leider ein kleines Kassenhäuschen und 5 Euro Eintritt werden fällig. Eigentlich sollte Natur kostenlos sein, denken wir uns. Dem sensationellen Naturschauspiel tut das aber keinen Abbruch. So ist der 15 Meter hohe Wasserfall von einer riesigen Karsthöhle umschlossen, in die das Tageslicht nur einen kleinen Spalt hineinfällt und eine mystische Atmosphäre schafft. Das glasklare Wasser im Becken schimmert dabei in wunderschönen Grüntönen. Wir sind schlichtweg begeistert von dieser Naturschönheit. Die 5 Euro Eintritt sind da längst vergessen.


Neben Wasserfällen gibt es auch wunderschöne Seen in der Region. Zu zwei davon, die nicht unterschiedlicher sein könnten, wollen wir euch noch mitnehmen. Sie befinden sich etwa 50 Kilometer im Nordosten von Bovec unterhalb von Kranjska Gora. In etwa einer guten Stunde erreichen wir über den kurvenreichen Vrsic Pass die Jasna See. Auf dem Weg dorthin bieten sich wunderschöne Aussichten in das Triglav Gebirge. Ein lohnenswerter Stopp zu den Seen ist übrigens die Ruska Kapelica, die russische Kapelle. Sie liegt unmittelbar an der Passstraße und ist eine bezaubernde hölzerne Gedankkapelle. Kurz darauf erreichen wir die Jasna See. Er lieget etwas oberhalb des Soca-Tal. Der Jasna See besteht eigentlich aus zwei künstlich angelegten Seen am Zusammenfluss der Gebirgsbäche Mala Pisnica und Velika Pisnica. Die auf 830 Metern gelegenen Seen sind durch einen Steg in den oberen und unteren See unterteilt. Am oberen See bietet eine Aussichtsplattform einen herrlichen Ausblick über den Jasna See und die umliegende Bergwelt. Das Ufer um den See bietet Grünflächen zum Sonnenbaden. Natürlichen Schatten bieten die Bäume, die sich rings um den See befinden. Ein großer Teil des Ufers um den See Jasna ist mit Kieselstränden gesäumt. Auch touristische Angebote sind hier keine Mangelware. So erstrecken sich am Ufer Restaurants, Bars und Hotels. Anders wie die Soca selbst, lädt der See auch mit seiner Wassertemperatur zum Baden ein. Auch wir verbringen hier schöne Stunden.


Nur wenige Fahrminuten vom Jasna See entfernt, erleben wir eine ganz andere Art von See und Landschaft. Wir fahren zum Zelenci See. Im kleinen Quellsee ist Baden strengstens veroboten. Er liegt in einem Sumpfgebiet und ist umgeben von einer atemberaubenden Naturkulisse aus Moorlandschaft, Wiesenhängen, Wäldern und den hohen Bergen der Julischen Alpen. Sein Wasser, das ganzjährig bei kühlen 6 Grad liegt und somit auch im Winter eisfrei bleibt, strahlt in unglaublichen türkisblauen Tönen. Die faszinierende Farbe hat der kleine See Seekreide-Schichten zu verdanken, die sich dort gebildet haben. Aufgrund der einzigartigen Flora und Fauna ist das gesamte Gebiet zum Naturreservat erklärt worden. Der Parkplatz befindet sich unmittelbar neben der Regionalstraße und so erreichen wir nach einem kurzen Spazierweg über Stege diesen außergewöhnlichen See, der zu jeder Jahreszeit ein wahres Naturspektakel bietet.


Wieder zurück nach Bovec führt unser Weg dann über den Predil-Pass, zu dessen Füßen der Lago di Predil (Raibler See) liegt. Der Gebirgssee liegt auf knapp 1.000 Meter Höhe und ist lohnenswerter Stopp auf dem Weg ins Soca Tal. Auch wir halten hier an und erfrischen uns im kühlen und glasklaren Wasser.


Die Region und Umgebung um das Soca Tal hat uns regelrecht begeistert. Die spektakuläre, wilde und vielfältige Natur wird auch euch in den Bann ziehen. Wir haben euch einige Ziele des Tals vorgestellt, doch warten noch unzählige weitere von euch entdeckt zu werden. Nicht zuletzt bietet sich die Region auch für ausgiebige Wanderungen in der unberührten Natur und Bergwelt an. Die Möglichkeiten sind hier fast grenzenlos. Wenn ihr Natur also liebt, ab ins "Soca".


Leider geht aber auch der schönste Urlaub irgendwann vorbei. Wir verlassen Slowenien mit unvergesslichen Eindrücken. Zwischen Bergen, Seen, Städten, Burgen, Höhlen, Tälern und Meer ist das kleine Land ein wahrer Alleskönner in Sachen Urlaub. Vorallem Die Natur steht dabei im Blickpunkt. Besucht doch auch mal das vielfältige Slowenien.

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