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  • AutorenbildThomas Gräbel

Santorini - Die Schönste von allen

Aktualisiert: 24. Apr. 2021



"Kallisti", "Die Schönste von allen" wird sie genannt. Wir reisen auf die griechische Bilderbuchinsel schlechthin, Santorini. Die Insel gehört zu den Kykladen und liegt im Ägäischen Meer. Durch einen Vulkanausbruch im 16. Jahrhundert v. Chr. wurde die Insel verwüstet. Dabei wurde die zerklüftete und spektakuläre Landschaft geformt, die heute Millionen Touristen aus aller Welt anzieht. Die blendend weißen, würfelförmigen Häuser der beiden Hauptorte Fira und Oia schmiegen sich an die Hänge der Steilküste oberhalb einer unterseeischen Kraterlandschaft, die Caldera. Von dort aus bietet sich ein Blick auf das Meer, kleine Inseln und den vielleicht romantischsten Sonnen-untergang des gesamten Mittelmeerraums. Eigentlich ist Santorini eine Inselgruppe. Bekannt ist aber vorallem die Hauptinsel, welchen von den Griechen auch gerne "Thira" genannt wird. Hier wohnen gut 17.000 Einwohner. Die Hauptstadt ist Fira. Sie ist zusammen mit Oia auch der Hotspot der Insel. Denn eben dort bieten sich die Fotomotive, für welche Santorini weltberühmt ist. Auch wenn es auf den Fotos oft so idyllisch wirkt, bietet sich in der Realität oft ein anderes Bild.


In der Hauptreisezeit ist die Insel, vorzüglich die bekannten Orte am Kraterrand, schlichtweg überlaufen. Nicht nur europäische, sondern auch unzählige asiatische Touristen tummeln sich dann hier, schieben sich bei sengender Hitze durch die schmalen Gassen und stehen Schlange für das vermeintlich perfekte Foto. Dieses Schauspiel erlebt man vorrangig in den Monaten Mitte Juni bis Mitte September. Diese Zeit gilt es zu meiden. Für uns ist die perfekte Reisezeit das Frühjahr von April bis Ende Mai oder Mitte September bis Ende Oktober. Dann wird es hier ruhiger, die Temperaturen sind bei 20 Grad aufwärts angenehm mild und im Frühjahr erlebt man zudem die wunderschöne Blütezeit der Insel. Dagegen ist im Herbst das Meer noch angenehm warm. Wobei Santorini sich nicht unbedingt als reiner Badeurlaub anbietet, denn da gibt es sicherlich bessere Destinationen in Griechenland. Die Insel bietet zwar einige schöne Strände aus Lavagestein, ist aber hauptsächlich bekannt für seine einzigartige Lage, Landschaft und Architektur. Im Winter haben die meisten Hotelanlagen dann geschlossen. In Fira und Oia findet man vorzugsweise viele Luxushotels und Apartments mit spektakulärer Lage am Kraterrand. Zwar preislich gehoben, sollte man hier mal übernachtet haben. Wir haben uns für eine Reise Anfang Mai entschieden und nehmen euch mit auf eine Reise über eine vielfältige Insel auch fernab der weltberühmten Caldera.


In gerade einmal 2.45 Stunden Flugzeit erreichen wir unser Ziel von München aus. Auf Santorini bietet sich die Buchung eines Mietwagens an. Das Straßennetz ist gut ausgebaut und man erreicht seine Ziele auf der 76 Quadratkilometer großen Insel schnell. In weniger als einer Stunde überquert man die gesamte Insel vom äußersten Süden bis hoch in Norden nach Oia. Wir haben im Vorfeld online gebucht und nehmen unseren Mietwagen am Flughafen in Empfang. Je nach Saison kostet ein Kleinwagen, welcher absolut ausreichend ist, etwa 150 Euro mit Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung. Wir fahren also mit unserem kleinen Flitzer bei herrlichem Wetter in unsere erste Unterkunft. Ein Idyll im Süden der Insel, authentisch, landestypisch und preiswert. Fernab des Trubels der Kraterorte liegt im Süden in Vlychada die Villa Michalis. Eine entzückende blühende Gartenanlage mit kleinem Swimmingpool und Liegen. Angeschlossen die hoteleigene Taverne mit griechischer Hausmannskost. Hier werden wir von den gastfreundlichen Besitzer gleich mit einem Gastgeschenk empfangen und fühlen uns auf Anhieb wohl. In unserem kleinen Doppelzimmer mit Balkon finden wir alles da was das Herz begehrt.


Unser erster Anlaufpunkt ist der etwa 15 Minuten im äußersten Südwesten befindliche Strand Kokkini Paralia. Der rote Strand gehört mit Sicherheit zu einem der schönsten Strände der Insel. Uns bietet sich hier ein wahres Farbenspiel. An diesem engen Küstenabschnitt ist der Strand mit dunklem vulkanischem Sand und Kieseln bedeckt. Eine rote Felswand erhebt sich darüber. Wir sind ist tatsächlich fasziniert durch seine wunderschöne, kontrastvollen Farben durch rote Felsen, schwarzen Kiesel und blau türkisem Wasser. Der Rote Strand liegt windgeschützt durch hohe Felsen und ist, aufgrund seiner reichen Unterwasserwelt, ein beliebter Ort zum Schnorcheln. Der Strand ist teilweise mit Liegen und Schirmen organisiert. Hier verbringen wir sonnige Stunden in der warmen Frühjahrssonne Santorinis und genießen das frische Meer. Zurück in der Villa Michalis gehen wir am Abend in ein ausgezeichnetes Restaurant oberhalb des kleinen Fischerortes Vlychada. Mit fantastischen Blick auf den Hafen und das Meer bietet die Taverna Dimitris herausragende, frische griechische Speisen. Über fangfrischen Fisch bis hin zur traditionellen Moussaka findet man hier ein breites Angebot. Die traumhafte Sicht auf der Terrasse und die Gastfreundlichkeit bringen uns zum Träumen. Hier werden wir noch oft einkehren. Ein echter Geheimtipp abseits der Touristenmassen.


Am nächsten Tag fahren wir bei strahlend blauen Himmel zu dem vielleicht beliebtesten Badeort Santorinis. In Kamari an der Ostküste, gerade einmal 6 km vom Flughafen entfernt, befindet sich mit 2,5 Kilometer Länge einer der weitläufigsten Strände der Insel. Eine autofreie lange Strandpromenade mit vielen Geschäften, Restaurants und Bars zieht vorallem Pauschalreisenende in den Ort. Unterhalb der schönen Flaniermeile befindet sich der schwarze Lavastrand aus feinen Kieselsteinen. Er ist voll organisiert und viele Anbieter von Liegen und Schirmen haben ein angeschlossenes Restaurant. Bestellt man dort, erhält man die Liegen kostenfrei. Wir finden das fair und genießen hier auf einer komfortablen Liege diesen ungewöhnlich dunklen Strand, der kristallklares Wasser bietet. Im Mai ist es zwar noch etwas frisch aber für eine Abkühlung gerade richtig.


Auf dem Rückweg geht es an Pyrgos Kallistis im Zentrum der Insel vorbei. Hier erleben wir eine echte Perle abseits des Touristentrubels. Das kleine Dorf liegt auf einem Hügel an den Ausläufern des Berges Profitis Ilias. Es ist idyllisch von Weinbergen der bekannten Rebsorte Assyrtiko umgeben. Steile Gassen und Treppen führen uns in verwinkelten Gängen durch das mittelalterliche Dorf. Kleine Boutiquen, Kunstläden, Cafès und Restaurants haben sich in die alten Gebäuden eingenistet. Die malerischen Häuser mit weißen Fassaden und blauen Türen funkeln in der Sonne. Oben angekommen bietet sich uns ein sensationeller Blick über die Landschaft bis weit über das tiefblaue Meer. Hier finden wir auch Kapelle Agia Triada. Die spektakulär gelegene Kirche liegt oben auf der Dorfspitze und erstrahlt so typisch griechisch in weiß und blau. Nachdem wir den atemberaubenden Ausblick genossen haben, verlassen wir diesen zunächst unscheinbar wirkenden kleinen Ort im Inland der Insel.


Wir sind zurück in Vlychada. Übrigens befindet sich auch unweit unserer Unterkunft ein schöner Strand. Der etwa 800 Meter lange Vlychada Strand besteht aus feinkiesig, schwarzem Sand, welcher mit weißen Steinen durchsetzt ist, was ihm eine besonders interessante Optik verleiht. Aber Achtung, oft herrschen hier starke Strömungen, welche gerade für Kinder gefährlich sein können.


Ehe es nun in den touristischen Norden geht, besuchen wir noch so ein kleines Juwel abseits der Hauptstraße nach Fira. Keine 15 Minuten Fahrt und wir erreichen Megalochori. Das charmante kleine Dorf empfängt uns mit einem Labyrinth aus kleinen verwinkelten Gassen. Der Platia ist das Zentrum des kleinen Ortes und umgeben von urigen Tavernen und Geschäften. Wir werden fast geblendet von all den weißen Fassaden während wir durch das malerische Dorf streifen. Und wieder diese blaue Kuppeln, die sich über die Gebäude erheben. Traditionelles und authentisches Griechenland ist hier noch gut zu erleben. Ein markanter Kirchturm mit sechs blauen Glocken überzieht die Gasse in das Zentrum. Überall erhalten wir schöne Einblicke in das typische griechische Dorfleben.


Nun führt uns der Weg aber hoch in den Norden. Hier warten zum Abschluss die Touristenmagnete Fira, Oia und dazwischen auch Imerovigli. Bevor wir uns die Orte genauer anschauen, wollen wir aber etwas Wandern. Ja, auch das ist auf Santorini möglich. Von Fira führt uns ein traumhafter 10 Kilometer langer (3 Stunden Gehzeit etwa) Wanderweg entlang des Kraters zum Endpunkt nach Oia. Zurück fährt dann ein regelmäßiger Busverkehr. Wir erhalten auf dieser Wanderung einzigartige Ausblicke über die Caldera, das Meer, die Kraterorte und eine blühende Landschaft. Bei heißen Temperaturen garnicht so leicht zu gehen, auch wenn es kaum Höhenunterschiede zu überwinden. Durch die Fußgängerzone hindurch orientieren wir uns in Fira an die Kraterrandgasse Richtung Seilbahn. Hier ist der Weg dann nicht mehr zu verfehlen. Wir haben bereits dort einen fantastischen Ausblick auf die Caldera und die im Hafen von Fira anlegenden Kreuzfahrtschiffe. Nun geht es etwas bergauf, wir durchqueren das wunderschöne kleine Dorf Firastefani. Zwischen Fira und Oia genießt man hier meist noch Ruhe und Idylle. Weiter führt der Weg am Kraterrand schließlich zur sehenswerten Kirche Agios Gerasimos. Eine erhabene griechisch-orthodoxe Kirche mit tollem Ausblick. Die blaue Kuppel mit der weißen Fassade und den Glockenturm mit sechs Glocken bietet das perfekte Fotomotiv. Wir genießen die außergewöhnliche Stimmung hier, ehe es in den höchstgelegenen Ort des Kraters geht, nach Imerovigli. In diesem kleinen malerischen Dorf ist, ähnlich wie in Firastefani, noch Ruhe zu finden. Die engen Gassen und einmalige Architektur bietet unzählige Fotomotive. Von hier geht der Weg bergab zum Skarosfelsen. Dieser spektakulärer Aussichtspunkt reicht mitten ins Meer. Auf seiner Anhöhe thronten einst eine Festung und Wachturm, welche die westliche Caldera vor Angriffen schützen sollte. Diese wurden bei einem starken Erdbeben 1956 zerstört und so findet man dort heute lediglich eine kleine Kirche vor. Von hier erhält man wahrscheinlich den schönsten Blick auf sämtliche Orte der Caldera. Ein wunderschöner Ort zum Verweilen in blühender Natur. Die letzte Etappe ist dann schließlich der nördlichste Caldera Ort Oia. Hier treffen wir wieder auf viele Touristen, und das trotz Nebensaison.


Zum Abschluss des Urlaubs wollen wir noch etwas gönnen und haben uns 1 Nacht in einer zwar nicht ganz preiswerten aber für Oia typischen Unterkunft am Kraterrand eingebucht. Die Filotera Suites bieten tolle Höhlenapartments im Fels, einen Infinitiy- und Whirlpool auf der privaten Terrasse mit sensationellen Blick auf die Caldera. Hier lässt es sich aushalten und wir genießen den außergewöhnlichen Luxus. In der früh wird ein ausgiebiges Frühstück auf der eigenen Terrasse serviert. Ja, das süße Leben. Und Oia selbst ist auch echt sehenswert. Die hellen polierten Steine der Fußgängerzone vermitteln fast einen sterilen Eindruck. Ansonsten gibt es eben diese so typische Atmosphäre hier in diesem Ort. Er liegt ebenso wie Fira spektakulär am Krater und die weißen Häuser, Windmühlen und blauen Kuppeln bieten das Postkartenmotiv von Santorini. Unbedingt besuchen solltet ihr den Hafen von Oia. In der Ammoudi Bay unterhalb des Ortes geht es ruhiger zu. Man genießt einen tollen Blick von unten auf die Caldera hinauf und kann in vielen guten Fischrestaurants an der Promenade einkehren. Auch Bademöglichkeiten findet man hier vor. Besonders voll wird es oben dann zum weltberühmten Sonnenuntergang auf Oia. Dann tummeln sich hier wirklich Touristenmassen, sitzen auf Dächern und Wänden zusammengedrängt und warten auf das Naturkino des Sonnenuntergangs. Aufgrund der exponierten Lage des Ortes, soll er hier einer der schönsten und romantischsten überhaupt sein. In der Tat, er ist wirklich wunderschön aber manchmal ist weniger mehr. Es gibt also sicherlich ruhige Orte um einen Sonnenuntergang am Meer zu genießen.


Bevor es zurück geht, kehren wir noch einmal in die Inselhauptstadt Fira zurück. Die Hauptstadt der Insel ist eigentlich meistens voll, das liegt natürlich vorallem an der einzigartigen Lage und der traumhaften Kulisse, aber auch an den tausenden Kreuzfahrttouristen, die hier mit ihren Ozeanriesen im alten Hafen unterhalb des Ortes anlegen. Von hier geht es dann entweder über 300 Stufen die Treppe hinauf oder man quält Maultiere, die hier als "Attraktion" gehalten werden, mit sich die Treppe hinauf. Leider nutzen diese Tierquälerei noch immer viel zu viele. Obwohl alternativ inzwischen auch eine Seilbahn für wenige Euro die Touristen bequem und schnell nach oben bringt. Ansonsten finden wir hier am Hafen nette Restaurants. Nach dem Essen quälen wir uns dann selbst die Treppen an den armen Maultieren vorbei, 300 Stufen nach oben. Wir durchstreifen die vielen touristischen Läden hin zur Kathedrale Metropolis. Eine schmucke, weiße und imposante Kirche. Ansonsten finden wir hier auch immer wieder diese Postkartenmotive. Weiße Häuser und Kirchen mit blauen Kuppeln, irgendwie schlicht aber umso schöner. In Fira ist wirklich alles auf Tourismus ausgelegt. Die Geschäfte verkaufen Unmengen an Souvenirs, von Gemälden bis hin zu weißer Leinenkleidung findet man hier alles auf Santorini ausgelegt. Nun ist es leider Zeit diese wunderschöne Insel zu verlassen, die dann doch viel mehr zu bieten hat, als "bloß" ihre sagenhaften Kraterorte. Auf der "Schönsten von allen" gibt es durchaus aus Vielfalt und Abwechslung. Wir wünschen euch viel Spass auf eurer Reise zum vielleicht berühmtesten Kraterrand der Welt.

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