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  • AutorenbildThomas Gräbel

Menorca - Unbekannte Schönheit

Aktualisiert: 22. Apr. 2021



Die Baleareninseln Mallorca und Ibiza sind weltweit bekannt. Doch was ist eigentlich mit der Nachbarinsel Menorca? Sie ist bei den meisten noch weitgehend unbekannt und das obwohl die kleine Insel viel zu bieten hat. Ein Grund euch Menorca einmal etwas näher vorzustellen. Unberührte Natur, unzählige, kilometerlange Sandstrände, felsige Buchten, genannt Calas, mit türkisblauem Wasser und Küsten, die von endlosen Pinienwäldern gesäumt sind. Das und noch viel mehr ist Menorca. Die bei der Urlaubsplanung oft unterschätzte Insel muss sich also keineswegs verstecken. Auf dem 93.000 Einwohner Eiland geht es noch beschaulich und ruhig zu. Hier erlebt man noch die natürliche Ursprünglichkeit der Balearen. Die östlichste Baleareninsel ist von Osten nach Westen gerade einmal 50 Kilometer lang und 17 Kilometer breit. Die 126 Kilometer Küste mit weißen, karibischen Sandstränden ist ein wahres Paradies für Badeurlauber. Die historischen und romantischen Altstädte der spanischen Insel laden zum Bummeln ein. Wer also einen entspannten und ruhigen Urlaub ohne den Partytourismus der Schwesterinseln erleben will, der ist auf Menorca gerade richtig. Der heutige Name Menorca stammt übrigens aus der römischen Zeit, als die Insel Minor "Die Kleinere" genannt wurde. Nach jahundertenlangen Machtkämpfen, bei der die Insel auch lange unter britischer Herrschaft stand, genießt die Region der Balearen seit 1983 den Autonomiestatus.


Nun wollen wir euch einige Highlights der kleinen Insel vorstellen. Wir fliegen im Frühjahr, Ende Mai, nach Menorca. Die beste Reisezeit ist Frühling bis Herbst (April bis Oktober). Gerade im Frühjahr und Herbst sind die Temperaturen meist angenehm warm bei etwa 20 bis 25 Grad und man hat die Traumstrände fast für sich alleine. Hier bieten sich dann auch schöne Wanderungen entlang der Küste an. Im Frühjahr blüht die Natur dazu in herrlichen Farben, während im Herbst das Meer noch schön aufgewärmt ist. Aber auch im Sommer ist die Insel nicht überlaufen und man findet immer ein ruhiges Eck. Die Temperaturen steigen dann auf heiße 30 Grad an und bieten perfektes Badewetter.


Von München starten täglich Direktflüge auf den internationalen Flughafen Mahon im Südosten der Insel. In gut zwei Stunden erreichen wir dann auch schon den kleinen Flughafen nahe der Inselhauptstadt Mahon. Von hier aus nehmen wir unseren online gebuchten Mietwagen in Empfang. Die Insel ist aufgrund ihrer geringen Größe, dem wenigen Verkehr und dem guten Straßennetz ideal für die Erkundung mit dem Mietwagen. So fährt man vom äußersten Osten in den äußersten Westen gerade einmal 45 Minuten. Die Strecken, egal wohin, sind also sehr kurz. Unsere Unterkunft befindet sich im Ferienort Son Bou. Hier finden wir den weitläufigsten Strand von Menorca und einer der wenigen der Insel, der zum offenen Meer gelegen ist. Er ist satte 2,5 km lang, 50 Meter breit und aufgrund seines flachen Einstiegs ideal für Familien mit kleinen Kindern. Auch wir verbringen hier entspannte Stunden im kristallklaren Wasser bei sommerlichen Temperaturen um die 25 Grad. Übrigens wurde der feinsandige Strand mit seinem geringen Wellengang mit der blauen Flagge ausgezeichnet. Diese Tatsache zeigt, dass hier Wasserqualität, Sicherheit, Serviceleistungen und Nachhaltigkeit gewährleistet sind. Ein echter Familienstrand eben. Gleich hinter dem Strand befindet sich das Naturschutzgebiet Prat de Son Bou. Es zeichnet sich durch seine Dünen, Sumpfgebiete und Vogelvielfalt aus. Im Ferienort gibt es viele touristische Geschäfte, Hotels, Ferienhäuser, Supermärkte, Restaurants und Bars.


Natürlich führt uns der Weg auch in die Hauptstadt der Insel, Mahon (span. Mao). Die knapp 30.000 Einwohner Stadt weiss mit einer romantischen Altstadt aus engen Gassen, Palästen und historischen Gebäuden, welche die bewegte Vergangenheit der Küstenstadt erzählen, zu überzeugen. Der Naturhafen Mahons ist nach dem Hafen von Sydney sogar der zweitgrößte der Welt. Über Jahrhunderte fuhren hier verschiedenste Völker ein und brachten der Stadt ihr reiches Kulturerbe. Mahon wurde von den Karthagern gegründet. Eine Legende besagt, dass General Mago Barkas, ein Bruder Hannibals, der Stadt den Namen gab. Nach dem Zerfall des weströmischen Reichs, fiel die Stadt unter byzantinische Herrschaft, bevor sie vom Königreich Aragonien und Katalanien zurückerobert wurde. Im Jahr 1708 besetzte Großbritannien dann die Insel. Im 18. Jahrhundert erreichte Mahon aber dann seinen wirtschaftlichen Höhepunkt und wurde 1722 unter britischer Herrschaft schließlich zur Hauptstadt erhoben. Es ist wohl die wichtigste Epoche der Stadt. Denn noch heute prägt sie die Architektur und das Stadtbild von Mahón. Das koloniale Erbe ist an den vielen historischen Gebäuden, wie etwa dem Rathaus von Mahon deutlich sichtbar. Wir bummeln durch die schönen Straßen der Hauptstadt. An prächtigen Plätzen laden nette Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Hier genießen wir einen leckeren Cappuccino und lassen die historische Atmosphäre auf uns wirken. Nicht weit von hier entdecken wir die schöne Església de Santa Maria. Hier im Inneren erhält man Blick auf eine außergewöhnliche Orgelanlage. Weiter geht es durch die wohl schönste Straße der Stadt, die

Carrer Isabel II., mit ihren weiß getüchnten historischen Häusern. Kulinarische Highlights warten dann in der charmanten traditionellen Markthalle der Stadt. In der Claustre del Carme finden wir viele Essensstände, Restaurants und Geschäfte. Von hier aus lassen wir den Tag am herrlichen Hafen der Stadt ausklingen. Hier entlang der Promenade finden wir ebenfalls viele Geschäfte, Bars und Restaurants. Etwas außerhalb befindet sich übrigens mit dem Castell de Sant Felip eine der größten Festunganlagen Europas und bewacht die Stadt.


Nun wollen wir aber wieder an den Strand. Wir fahren zu den schönsten Buchten des Südens. Die Cala Macarella und Cala Macarelletta warten. Hierzu fahren wir in den Südwesten der Insel in den Urlaubsort Cala Galdana. Von hier aus führt uns ein kleiner idyllischer Pfad zwei Kilometer lang entlang der Küste durch schattenspendende und wohl duftende Pinienwälder. Wir genießen die Ruhe und zauberhafte Ausblicke auf das türkisblaue Meer. Bald erreichen wir dann auch schon die Cala Macarella. Die relativ breite Bucht besteht aus einem feinen, goldgelben Sand und türkisblauen Wasser. Dazu kaum Wellen. Es gibt sogar eine Bar mit Sanitäranlagen sowie ein Kajakverleih. Wenn man den 20 minütigen Pfad nicht gehen will, kann man auch am 5 Minuten entfernten Parkplatz hinter der Bucht parken. Hier zahlt man allerdings 5 Euro. Der von endlosen Pinienwäldern umgebene Strand lädt geradezu zum Schnorcheln im karibisch, kristallklaren Wasser ein. Noch karibischer wird es dann aber nach einem etwa 10 minütigen Fußmarsch entlang der Steilwand. Ein dicht bewachsener Pfad führt uns zur neben liegenden Cala Macarelletta. Wenn wir nicht wüssten, dass wir auf Menorca wären, würde das hier glatt als Karibik durchgehen. Eine natürliche, schmale Bucht, feiner weißer Sand und ein unglaublich türkisblaues Wasser bringt uns zum Staunen. Übrigens ist der Strand auch bei FKK Fans beliebt, da er recht abgelegen und unverbaut ist. Ein echter Traumstrand.


Wem diese Buchten zu beengt und einsam sind, findet am Strand Cala Galdana übrigens einen weitaus touristischeren und weitläufigeren Strand. Hier gibt es viele Restaurants, Bars, Cafès und Hotels. Der Strand selbst ist zwar gut besucht aber Sand und Wasser könnten auch hier aus der Karibik stammen. Eine weitere Strandperle finden wir bei einer Wanderung auf dem Camí de Cavalls. Er führt uns vom Ausschnittspunkt Mirador Sa Punta, von wo wir die atemberaubende Bucht der Cala Galdana überblicken. Weiter geht es durch dichte Pinienwälder entlang der Küste zur malerischen Cala Mitjana. Die Bucht liegt 1 km östlich der Cala Galdana. Auch hier bietet sich uns ein paradiesischer Anblick. Wir gehen jedoch noch etwas weiter Richtung Osten, etwa 30 Minuten, dem Küstenpfad entlang und gelangen schließlich zur Cala Trebalúger. Ein einsamer, weißer Traumstrand zwischen Felsen und einer grünen Vegetation. Während wir an der Cala Mitjana noch viele Badegäste antreffen, sind wir hier fast alleine. Aufgrund der Abgeschiedenheit und schwierigen Erreichbarkeit ein wahres Paradies für Ruhesuchende. Hier gibt es nichts außer Natur pur und natürlich das türkisblaue Wasser. Gleich daneben befindet sich mit der Cala Fustem eine weitere traumhafte Bucht als Ruheoasen. Eine solche Anzahl an Traumstränden haben wir am Mittelmeer noch nicht erlebt. Einfach wunderschön.


Die Cala Turqueta, etwas westlich der Cala Galdana, ist auch wieder eine dieser Traumbuchten. Der etwa 100 Meter lange Strand ist umgeben von viel grün und völlig unverbaut. Dadurch ist er allerdings auch ohne Verpflegungsmöglichkeiten. Das türkisblaue Wasser und der weiße, feine Sand sind da fast schon obligatorisch. Die meisten dieser Buchten weisen durch die geschützte Lage kaum Wellengang auf und sind daher auch ideal für Kinder. Übrigens bietet die Insel auch einen einzigartigen Fernwanderweg an. Der bereits erwähnte Wanderweg Cami de Cavalls führt satte 185 Kilometer entlang der Küste um Menorca herum. Die verschiedenen Etappen führen durch die ursprüngliche Natur und man erreicht viele dieser teils einsam gelegenen Buchten.

Nach soviel Karibikfeeling ist wieder etwas Kultur angesagt. Und diese erleben wir am Besten in Ciutadella, der ewigen "Rivalin" der Hauptstadt Mahon. Die Hafenstadt ist mit knapp 30.000 Einwohnern ähnlich groß wie Mahón und zählt neben der Hauptstadt zum kulturellen Zentrum der Insel. Die beiden wichtigsten Städte Menorcas konkurrierten auch in der Geschichte stets um den Hauptsitz. So ist ihre Geschichte und Besetzung fest miteinander verknüpft. Karthager, Römer, Osmanen, Spanier und Briten ließen sich an der Stadt aus. Nur geografisch könnten die beiden Städte nicht weiter voneinander entfernt sein. Während Mahon im Westen der Insel seinen Hafen auswirft, thront die Festungsstadt im äußersten Osten der Insel. Bis ins Jahr 1722 war Ciutadella die Hauptstadt der Insel. Sie gilt mit ihren charmanten mittelalterlichen Altstadtgassen, in denen sich viele Cafès, Restaurants und Boutiquen befinden, als die schönste Stadt der Insel. Wir lassen uns durch die malerische Stadt treiben. Im Zentrum bestaunen wir die Catedral Basilica de Menorca. Sie ist das imposanteste gotische Bauwerk auf der Insel. Im Jahr 1362 wurde sie vom König von Aragonien auf den Ruinen einer ehemaligen Moschee fertiggestellt. Weiter geht es zum Placa des Born. Er ist öffentlicher Mittelpunkt in Ciutadella und das Tor zur Altstadt und zum Hafen. Unweit von hier steht die Eglesia i Claustre de Socors. Die im Jahr 1670 erbaute Kirche gilt als schönstes barockes Gotteshaus auf Menorca. Ebenfalls nicht weit vom Hauptplatz entfernt, befindet sich das Rathaus von Ciutadella. Das burgartige Gebäude ist architektonisch sehr außergewöhnlich. Über die beeindruckenden Stadtpaläste Palau del Comte de Torresaura, Palau Salort oder Palau Squella und Gomilla und den Placa d´Alfonso, einem schönen Platz umgeben von alten Stadtpalästen, gelangen wir zum prächtigen Hafen von Ciutadella, der das Stadtbild prägt. Er zieht sich fast wie ein Fjörd in die Stadt hinein. Hier reihen sich Geschäfte und Restaurants aneinander und es herrscht geschäftiges Treiben. Wir mischen uns darunter und genießen das maritime Flair der pittoresken Hafenstadt.


Nun haben wir die Kulturhighlights der Insel erlebt und können uns wieder voll und ganz dem Strandleben widmen. Wir stellen euch zwei weitere herrliche Buchten im Süden der Insel vor. Zunächst fahren wir in die Feriensiedlung Cala n Porter, wenige Kilometer östlich von Son Bou entfernt. Ein wunderschöner, weißer 400 Meter breiter Sandstrand, der lange flach abfällt und fast kein Wellengang besitzt, bietet perfekte Voraussetzungen speziell für Familien mit Kindern. Dadurch haben sich hier auf den Felsen über der Bucht viele Ferienhäuser und Wohnungen breit gemacht. Ein weitere Sehenswürdigkeit des Ortes ist die Höhlenbar Cova d’en Xoroi. Sie ist Disco und Cafés zugleich und zählt aufgrund ihrer spektakulären Lage in einer Felshöhle über dem Meer und der einzigartigen Aussicht zu den außergewöhnlichsten Gastrostätten des Mittelmeerraums. Da es hier etwas schicker zugeht, sollte man aber nicht mit seinen Badesachen vom Strand hochgehen, sonst endet der Ausflug schon an der Türe, so wie bei uns.


Eine Bucht wollen wir euch aber nicht verschweigen. Die Cala de Binidalí unterhalb von Mahón ist eine winzige Bucht, die wunderbar mit dem Auto zu erreichen ist und selten überlaufen ist. Am Parkplatz gibt es Toiletten und ein Weg über Treppen führt in die wunderschöne schmale und etwas unbekannte Bucht, in der nur ein kleines weißes Häuschen auf den Felsen steht. Natürlich darf auch hier das türkisblaue Wasser und der weiße Sand nicht fehlen.


Während es im Süden der Insel fast unzählige dieser weißen, windstillen Traumstände gibt, zeigt sich der Norden mit einem ganz anderen Gesicht. Hier geht es etwas wilder und ursprünglicher, aber nicht weniger schön zu. Hier finden wir ein ganz anderes, raueres Landschaftsbild und auch ganz andere Strände vor. An der Cala Pregonda im abgelegenen Norden treffen wir auf einen traumhaften Naturstrand. Er zählt zu den schönsten Stränden der Nordküste Menorcas. Um überhaupt zum Strand Cala Pregonda zu kommen, müssen wir einen 20 bis 30 minütigen Spaziergang auf uns nehmen. Die Natur und Atmosphäre ist atemberaubend schön. Anders als im Süden ist es karg. Es bietet sich ein Farbenspiel aus gelb, rot, braunen Felsen und dem tiefblauen Meer. Das Auto parken wir am Strand Binime nebenan. Die Cala Pregonda ist in einer Bucht gelegen und durch die beiden kleinen Inseln Illot und Esculls de Pregonda gut geschützt. Der Sand ist golden, das Wasser kristallklar und die Aussicht vom Strand aus ist schlichtweg sensationell. Einige hundert Meter weiter von der Cala Pregonda liegt der Strand Cala Pregondó, der ein wenig kleiner ist. Hier findet man außer Natur nichts. Keine schattenspendende Bäume, keine Toiletten, keine Restaurants und Cafés. Dafür findet man viel Ruhe und Entspannung. Abgesehen von der kleinen Wanderung ist der Strand durchaus auch für Kinder geeignet. Der Einstieg ist sehr flach und ohne hohen Wellengang.


Etwas westlich der Küste entlang erreichen wir nach wenigen Minuten den Platja Cavalleria. Ähnlich wie die Cala Pregonda ist er ein wunderschöner Naturstrand in einer einsamen Landschaft. Der goldgelbe Sand und die rote Felslandschaft zieht vorallem Ruhesuchende an. Die Region wird “Cap de Cavalleria” genannt und bietet eine einzigartige Dünen und Felslandschaft. Die Cala Pregonda ist übrigens auch durch eine 5 Kilometer lange Wanderung am Cami de Cavalls miteinander verbunden.


Etwas östlich von der Cala Pregonda führt uns der Weg schließlich zum wohl abgeschiedensten Strand der Insel. Wir fahren zur Cala Pilar. Hierzu verlassen wir die Inselhauptstraße und fahren teilweise über Schotterwege Richtung Cala Pilar. Am Parkplatz erblicken wir dann eine goldgelbe Landschaft, zwischen roten Felsen und spärlichem Grün. Am traumhaften Strand lässt sich im kristallklarem Wasser wunderbar schnorcheln. Wir sind begeistert von dieser idyllischen Landschaft und genießen die Ruhe. Als absolutes Highlight entdecken wir hier dann noch kleine, wilde Landschildkröten inmitten der Einsamkeit. Wir sind überrascht was für eine landschaftliche Vielfalt die kleine Insel bietet und wie unterschiedlich die Strände des Nordens und des Südens doch sind. Beide auf ihre eigene Art und Weise wunderschön.

Menorca, diese unterschätzte Schönheit der Balearen hat uns zum Staunen gebracht. Die wildromantische Natur, paradiesischen Strände und historische Städte machen die Insel zu einem wahren Traumziel, fernab von ihren überlaufenen Schwesterinseln Ibiza und Mallorca. Wie wäre es also mal mit einem Stück Karibik mitten in Europa? Dann ab nach Menorca.


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