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  • AutorenbildThomas Gräbel

Lappland - Weihnachtszauber unter den Polarlichtern

Aktualisiert: 28. Nov. 2022

Eine eisige Kälte liegt in der Luft, eine weiße und schier endlose Schneedecke umgibt die wilde Landschaft, am nächtlichen Himmel erscheinen märchenhaft tanzende Lichter und im kurzen Tageslicht erwacht eine zauberhafte Weihnachtswelt. Wir befinden uns am arktischen Polarkreis, genauer gesagt in Rovaniemi, dem Tor zum finnischen Lappland und dem Zuhause von Santa Claus höchstpersönlich! Es beginnt eine Reise in ein Winterwunderland mit bunten Lichtern, sagenhaften Elfen, dem einzig wahren Weihnachtsmann und fast schon kitschig skurriler Weihnachtsatmosphäre auf der einen Seite und atemberaubenden Naturkulissen, faszinierenden Landschaften, lappischer Kultur und arktischer Stille auf der konträren Seite. Bevor wir euch aber nach Nordfinnland entführen, wollen wir euch die Region etwas genauer vorstellen. Lappland ist eine subarktische Landschaft im äußersten Norden Europas. Ein Großteil davon liegt nördlich des Polarkreises und umfasst mit dem finnischen, schwedischen, norwegischen und russischen Teil insgesamt vier Länder. Die dünn besiedelte Region unfasst eine Fläche, die etwas größer ist als Deutschland, zählt aber gerade einmal etwas über zwei Millionen Einwohner. Das von ursprünglicher Wildnis geprägte Gebiet bietet mit der romantischen Mitternachtssonne im Sommer und den mystischen Nordlichtern im Frühjahr, Herbst und Winter gleich zwei einzigartige Naturphänome. Die noch vollständig intakte Natur ist zu jeder Jahreszeit ein Eldorado für Outdoor-Fans. Während die Sonne im Sommer nicht untergeht, die Tage endlos scheinen und die Landschaft in prachtvoller Blüte steht, erstarrt sie im Winter im ewigen Eis und wird erst mit dem späten Frühjahr wieder langsam freigegeben. Im Sommer strahlt die Sonne bei Temperaturen um die 20 bis 25 Grad vom Himmel. Dabei durchziehen unzählige Seenlandschaften und dichte Wälder Lappland. Eine der letzten Wildnisse Europas beheimatet etliche gefährdete Tierarten wie Bären, Elche oder auch Polarfüchse. Vom Spätherbst, Winter bis hin zum Frühjahr zeigt sich dann das frostige Gesicht Lapplands. Mit Temperaturen von bis zu Minus 40 Grad und wenigen Stunden Tageslicht verfällt die Region in einen regelrechten Winterschlaf und Schnee und Eis überzieht die endlose Weite. Dann kehrt Stille in einer winterlichen Märchenlandschaft ein, deren Höhepunkt schließlich mit den tanzenden Polarlichter am Nachthimmel erreicht ist. Lappland ist also zu jeder Zeit ein faszinierendes Reiseziel, das euch begeistern wird. Es ist ein Kontrast der Jahreszeiten.


Wir entscheiden uns für eine zehntätige Reise Ende November. Unser Ziel ist, wie bereits erwähnt, der finnische Teil Lapplands. In der Umgebung der finnisch-lappischen Hauptstadt Rovaniemi erhalten wir unvergessliche Eindrücke und erleben das frostige aber wunderschöne Gesicht Lapplands. Dabei wandern wir durch schneebedeckte, einsame Wälder, erleben die arktische Tierwelt hautnah, erkunden das urbane Zentrum, bestaunen die Polarlichter und treffen selbstverständlich auch den Weihnachtsmann in seinem Zuhause! Ein Highlight für Groß und Klein. Aber der Reihe nach. Unser Flug mit Finn Air geht von München, mit einem kurzen Zwischenstopp in der finnischen Hauptstadt Helsinki, nach Rovaniemi. In etwa 3,5 Flugstunden erreichen wir unser Ziel. Für die Erkundung der Umgebung bietet sich ein Mietwagen an. Die öffentlichen Verkehrsmittel verkehren, gerade in den Wintermonaten, unregelmäßig und sehr begrenzt. So nehmen wir für 300 EUR unseren Mittelklassewagen für unseren Aufenthalt in Empfang und können loslegen. Grundsätzlich ist Rovaniemi der ideale Standort um viele Sehenswürdigkeiten schnell zu erreichen. Die Distanzen zu den verschiedenen Ausflugszielen sind äußerst gering.


Rovaniemi ist mit über 60.000 Einwohnern nicht nur die Hauptstadt, sondern auch die größte Stadt und kulturelles Zentrum finnisch Lapplands. Das einstige Stadtbild wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört, so dass sich inmitten der arktischen Wildnis eine moderne und junge Stadt entwickelte. Sie gilt sie als offizielle Heimatstadt des Weihnachtsmannes, dessen Sitz nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum in Weihnachtsmanndorf entfernt liegt. Zunächst geht es aber in unsere Unterkunft für die nächsten neun Nächte. Das Arctic Delight Resort bietet perfekte Bedingungen für einen entspannten Urlaub etwas außerhalb der Stadt. Die schicken Appartments sind mit einer privaten Sauna ausgestattet und liegen idyllisch zwischen Birkenwäldern am Flussufer. Von der geräumigen Terrasse erblicken wir schon am ersten Abend die atemberaubenden Nordlichter! Die Unterkunft liegt außerhalb (etwa 4 Kilometer) der Stadt und somit der Lichtverschmutzung. Ideale Vorraussetzungen also um das Himmelsspektakel in völliger Abgeschiedenheit erleben zu können. Wir können unser Glück kaum fassen! Denn eines der faszinierendsten Naturphänomene unserer Erde ist zweifelsohne die Magie des Nordlichts.

Es wird Aurora Borealis genannt und tritt zwischen Ende August und Anfang April in den nördlichsten Breitengrade unseres Planeten auf. Ein wolkenloser, sternenklarer Himmel ist die Grundlage für das Auftreten dieser magnetischen Sonnenströmungen. Eine hohe Sonnenaktivität stärkt die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten des Polarlichts. Grundsätzlich ist es schwer vorauszusagen, wann und wo die mystischen Lichter am Himmel erscheinen. Meist treten sie zwischen 17 Uhr Abends und 2 Uhr Nachts auf. Oftmals dauert der Lichtertanz nur wenige Minuten, kann aber auch bis zu einigen Stunden andauern. Auch die Intensität der Erscheinung ist unterschiedlich. Wir haben aber Glück und die grünen Polarlichter erscheinen kräftig direkt über unseren Köpfen. Ein Schauspiel der Natur das auch zu unseren Lebensträumen gezählt hat. Dahinter können wir nach dieser Nacht getrost einen Haken setzen! Übrigens könnt ihr mit einigen Apps die Wahrscheinlichkeit für das Auftauchens von Polarlichter prüfen. Dazu zählt für die Region Rovaniemi vorallem das Aurora Alert zu den Besten. Es gibt ein Alarmsignal sobald die Lichter in der Umgebung auftauchen. Aber auch Apps zu Vorhersagen helfen dir bei der Suche, z.B. meine-Polarlicht-Vorhersage, Hello Aurora oder NorthernEye.



Am nächsten Tag machen wir uns noch unter den Eindrücken der Nordlicht-Show vom Vorabend auf zu der Sehenswürdigkeit schlechthin, dem Weihnachtsmanndorf. Es liegt etwa neun Kilometer nordöstlich und zehn Fahrminuten vom Zentrum Rovaniemis entfernt. Ganz in der Nähe des Flughafens tauchen wir hier in eine skurrile und bunte Weihnachtswelt ein, die Heimat des Weihnachtsmannes. Hier befindet sich nicht nur der nördliche Polarkreis, sondern auch das Büro von Santa Claus, das Postamt und viele andere weihnachtliche Attraktionen. Wer Weihnachten, immerhin für viele die schönste Zeit des Jahres, liebt, für den ist dieser Ort ein wahrer Hochgenuss der Glückseligkeit. Mehr Weihnachten geht wirklich nicht. Natürlich ist unsere Reisezeit um den ersten Advent herum auch ideal für einen Besuch hier. Das Dorf hat übrigens das ganze Jahr geöffnet. Im Sommer wirkt das Ambiente hier wahrscheinlich etwas merkwürdig. Ein Weihnachts-Grinch sollte dieses Territorium dagegen generell eher meiden. Wir genießen jedoch die feierliche Stimmung und Atmosphäre. Der Eintritt und die Parkplätze sind kostenlos. Vom Stadtzentrum verkehrt auch ein Santa-Claus Bus direkt dorthin. Jährlich besuchen etwa eine halbe Millionen Menschen die Heimat des Weihnachtsmannes am nördlichen Polarkreis.

Wobei die ursprüngliche Heimat des Weihnachtsmanns eigentlich im geheimnisvollen Korvatunturi ("Ohrenberg“) in finnisch-Lappland liegt. Da der genaue Ort aber ein Geheimnis ist, das nur wenigen Auserwählten bekannt ist, hat er beschlossen, in Rovaniemi, der Hauptstadt Lapplands, 1985 ein Büro aufzumachen. Schließlich hat Rovaniemi im Jahr 2010 den Status als offizielle Heimatstadt des Weihnachtsmanns erhalten. Der Ursprung des heutigen Dorfes begründet sich dagegen mit einem Besuch der US-Präsidenten Gattin Eleanor Roosevelt im Jahr 1950. Sie wollte den Wiederaufbau der völlig zerstörten Stadt begutachten und dabei den nördlichen Polarkreis besuchen. Daraufhin bauten die Verantwortlichen der Stadt eine Hütte an diesem Platz. Die Geburt des Weihnachtsmanndorfes. Die Hütte der Präsidenten Gattin steht noch heute dort neben dem Postamt des Weihnachtsmannes. Heute ist das Dorf die wohl berühmteste Attraktion Lapplands und weltweit bekannt. Inzwischen ist dort ein eigenständiger Ferienort gewachsen, der fast 50 verschiedene Attraktionen anbietet. Souvenir-Shops, Cafés, Hotels, Restaurants und Anbieter von Husky- und Rentier Schlittenfahrten oder Schneemobil Fahrten reissen sich um die Gunst der Besucher aus aller Welt. Wir spazieren durch das weitläufige Gelände des Dorfes und entdecken natürlich den touristischen Hotspot am zentralen Platz, an dem die Linie des Polarkreises verläuft. Ein Sprung und wir sind in der Arktis. Fühlt sich kalt an! Minus 5 Grad zeigt das Thermometer an. Ein milder Tag, wie sich noch zeigen sollte. Wir erkunden die verschiedenen Plätze. Das Fahrrad unseres dreijährigen Sohnes wird schließlich durch einen Schlitten ausgetauscht. Das Baby liegt dagegen dick eingepackt im Kinderwagen. Jetzt aber schnell ins Warme, Postkarten vom Polarkreis werden vom Postamt des Weihnachtsmannes nachhause an die Lieben verschickt. Etwas kitschig, egal! Dort entdecken wir auch die unzähligen Briefe der Kinder aus aller Welt, die hier an Santa Claus herangetragen werden. Sein Postkorb ist aber ganz schön überfüllt, denken wir. Da hat jemand noch jede Menge Arbeit vor sich. Aber es sind ja noch einige Tage bis Weihnachten. Bis dahin werden sicherlich alle Wünsche erfüllt sein oder? Natürlich empfängt Santa seine Gäste auch persönlich in seinem Büro. Dort könnt ihr eure Wünsche dann persönlich übermitteln und sicher sein, dass diese auch Gehör bekommen. Allerdings ist die Warteschlange nicht minder lang wie der Posteinlauf, so dass wir heute auf einen persönlichen Besuch verzichten. Die Öffnungszeiten des Büros sind von 10 Uhr bis 17 Uhr, wobei es sich lohnt früh dran zu sein, zumindest in der Weihnachtszeit. So verbringen wir noch schöne Stunden in den umliegenden Wäldern und beobachten die Rentiere, die müde und fröstelnde Touristen hinter sich herziehen. Obwohl das Weihnachtsmanndorf grundsätzlich kostenlos ist, so sind das die verschiedenen Attraktionen nicht. Sowohl bei der Rentier-, Huskyfarm oder auch die Elfenakademie wird ein Eintritt fällig. Aber auch ohne diese Aktivitäten kann man hier einen wunderschönen Tag verbringen und die Kinderaugen werden zum Glänzen gebracht. Am späten Nachmittag wird schließlich offiziell die Weihnachtszeit durch den Weihnachtsmann auf einer großen Bühne am zentralen Platz verkündet. Eine große Eröffnungsshow inklusive. Langsam friert uns dann aber doch in den Zehen und wir kehren in unser Apartment zurück. Die Sauna heizt uns zum Glück wieder schnell auf.



Am nächsten Tag geht es nicht wenig weihnachtlich weiter. Es wartet der Santa Park, die Heimathöhle des Weihnachtsmannes. Ein bunter, weihnachtlicher Indoor Themenpark tief unter der Erde des Polarkreises. Für 39 EUR pro Erwachsenen und 33 EUR ab 3 Jahren erhalten wir Eintritt in den Weihnachtsvergnügnungspark. Wer langsam genug von Weihnachtsstimmung hat, der sollte auch diesen Ort meiden oder hier einfach weiterscrollen, denn im Santa Park wartet noch einmal jede Menge, ja ihr wisst schon! Wir betreten also die unterirdische Welt der Elfen und freuen uns den eisigen Temperaturen der Außenwelt zunächst entflohen zu sein. Immerhin zeigt das Thermometer heute etwa Minus 9 Grad an. So tauchen wir in die warme Höhle des Weihnachtsmannes ein. Diesmal hat er auch einen Termin für uns frei und so berichten wir ihm eifrig und persönlich von unseren Wünschen. Da der Weihnachtsmann bekanntlich alle Sprachen dieser Welt spricht, versteht er natürlich auch deutsch. Nach einem Erinnerungsfoto nehmen wir Abschied, denn die nächsten kleinen und großen Kinder warten schon. Im Eintrittspreis ist auch eine Zugfahrt in eine magische Welt enthalten. Hier drehen wir gleich einige Extrarunden. Außerdem gibt es eine Elfenschule, einen Spielbereich und eine Ginger Bread Bakery. In dieser verzieren wir unsere eigene Lebkuchenherzen individuell. Ein Spaß für Groß und Klein. Das Verkosten inklusive! Daneben werden auch Shows mit Akrobatik vorgeführt. Und in der arktischen Welt unter dem Polarkreis betreten wir die Welt der Eiskönigin mit eisigen Skulpturen. Eine wunderbare Indoor Welt um vergnügte Stunden mit der ganzen Familie zu verbringen. Der Park öffnet nur in der Weihnachtszeit vom 19.11. bis zum 07.01., je nach Jahr gegebenenfalls etwas abweichend. Nach so vielen weihnachtlichen Eindrücken geht es wieder in die Außenwelt. Es dämmert bereits. Die Sonne geht erst gegen 10 Uhr auf und bereits um kurz nach 14 Uhr wieder unter. So genießen wir vor dem Santa Park noch einen rosafarbenen Sonnenuntergang und spazieren unweit der futuristischen Hotelanlage der Arctic Tree Houses durch die schneebedeckten Wälder. So spektakulär die Tree Houses übrigens auch sind, so spektakulär ist mindestens auch ihr Preis. Daher reicht uns ein blickt von Außen. Durch die frontale Glasfassade haben wir dann sowieso schon alles gesehen und das umsonst!



Weniger weihnachtlich geht es nun weiter, versprochen! Winter in Lappland, da gehört auch das wohl dazu, eine Husky Schlittenfahrt. Fast an jeder Ecke werden von unzähligen Anbietern Touren und Ausflüge angeboten. Entweder direkt im Zentrum von Rovaniemi oder im Internet gibt es etliche Attraktionen zu buchen. Nordlicht Safaris, Rentier-, Huskyschlittenfahrten, Eistauchen, Schneeschuhwandern und vieles mehr. Wir entscheiden uns direkt bei einer renommierten Husky- und Rentierfarm zu buchen. Etwa 15 Fahrminuten außerhalb Rovaniemis liegt die Raitola Husky- and Reindeer Farm. Dort buchen wir online für 35 EUR pro Erwachsenen (Kinder bis 4 Jahre frei) einen Farmbesuch inklusive einer kleinen Husky Schlittenfahrt. Es ist ein unvergessliches Erlebnis, die wunderschönen Alaska-Huskys in ihrer natürlichen Umgebung zu bewundern und ihre Kraft zu spüren. Mit einem ungeheuerem Tempo ziehen uns die Hunde auf dem Schlitten durch die winterlichen Wälder. Nach der Fahrt können wir noch die Farm besuchen und die Hunde streicheln, ehe es heiße Getränke und Kekse in einer Hütte gibt. Dort geben die Farm Mitarbeiter interessante Informationen zu den Huskys und beantworten Fragen. Anschließend besteht noch die Möglichkeit die benachbarte Rentier Farm zu besuchen. Ein tolle Erfahrung für die ganze Familie!



Wie schön auch Winterwandern in der Arktis sein kann, erleben wir auf dem Vaattunkiköngäs

Arctic Circle Hiking Trail, einem herrlichen Wandergebiet inmitten der ursprünglichen lappischen Wildnis. Dabei gibt es unzählige Varianten in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Das Wandergebiet liegt etwas 25 Kilometer und 25 Fahrminuten östlich von Rovaniemi. Wir entscheiden uns für eine familienfreundliche, kurze aber aussichtreiche Wanderung entlang des Könkäänsaari Naturlehrpfades. Dieser etwa zwei Kilometer lange Rundweg ist eher ein Spaziergang und sogar barrierefrei mit Kinderwagen zu begehen. Ideal für Familien mit Kindern. Zunächst führt uns der Weg über einen Holzsteg durch uralte Wälder, ehe sich der Wald lichtet und wir an die Ufer des tosenden Raudanjoki Flusses gelangen. Eine Brücke überspannt den Fluss und führt wieder in dichtes Waldgebiet. Über Holzstege gelangen wir zu den Seitenbächen des Flusses und erhalten atemberaubende Ausblicke auf die eisige Winterlandschaft und die wilden Wasserströme, die sich durch das Eis kämpfen. Die Temperatur liegt inzwischen im zweistelligen Minusbereich, da tut Bewegung gut. In völliger Einsamkeit durchstreifen wir die dichten Wälder und gelangen zu einem verlassenen Grillplatz, der vergebens auf den Sommer wartet. Schließlich führt uns der Pfad zurück zu der Brücke, die den reissenden Raudanjoki überzieht. Die Sonne färbt den Himmel in zartes rosa und sorgt für eine stimmungsvolle Naturkulisse. Mit Sitzheizung und über vereiste Straßen geht es wieder zurück in unser warmes Appartment.



Ein weiteres kulturelles Highlight wartet mit dem Arktikum auf uns. Der Eintritt beträgt 15 EUR pro Erwachsenen. Das charakteristische Glasgewölbe wenige hundert Meter vom Zentrum Rovaniemis entfernt, beherbergt sowohl das Provinzmuseum von Lappland, sowie dem Arktischen Zentrum. Während das Provinzmuseum Lapplands Ausstellungen über die Völker des Nordens, u.a. der lappischen Urbevölkerung der Samen, und deren Geschichte erzählt, wird im Arktischen Zentrum die arktische Umwelt und das Polargebiet unter die Luppe genommen. Wer mehr über die Geschichte Lapplands, deren Ureinwohner und die vielfältige Umwelt der Arktis und deren Veränderung erfahren will, ist hier genau richtig. Ein idealer Ort um der Kälte draußen zu entfliehen und interessante Informationen über einen der atemberaubendsten Orte unserer Erde zu erfahren. Auch außerhalb des Museums lädt der Arktische Garten zu schönen Spaziergängen ein. Von dort führt dann auch am Flussufer des Kemijoki, mit 550 Kilometern der längste Fluss Finnlands, in wenigen Minuten ein Fußgänger- und Fahhradweg ins Zentrum von Rovaniemi.



In Rovaniemi befindet dann der urbane Kern Lapplands. Hier in den modernen Gebäuden der Innenstadt haben sich unzählige Shopping Malls, Restaurants, Cafés und Geschäfte niedergelassen. Wer hier eine verlassene arktische Metropole erwartet, liegt falsch. Trotz der inzwischen Minus 14 Grad Außentemperatur ziehen viele Menschen durch die prall gefüllten Kaufhäuser und Supermärkte. Übrigens sind die Preise in Lappland im Vergleich zu seinen skandinavischen Nachbarn Norwegen und Schweden äußerst human und eher mitteleuropäisch. Das Warenangebot ist sowohl im Supermarkt, als auch in den vielen Modegeschäften äußerst vielfältig. Natürlich halten sich bei den frostigen Temperaturen nicht viele Menschen draußen auf, aber die Indoor Einkaufsstraßen des Sampokeskus und Revontuli sind gut besucht. Rovaniemi selbst liegt wunderschön zum Fluss Kemijoki ausgerichtet und bietet eine weitläufige Uferpromenade, die bis zum Arktikum führt. Ein futuristisches Highlight des Stadtbildes ist mit Sicherheit die Holzfäller-Fackel Brücke, die sich vor den Toren der Stadt über den Kemijoki spannt. Obwohl Rovaniemi über keine prächtige Altstadt verfügt, überzeugt die Stadt als Tor zum Norden doch mit ihrer außergewöhnlichen Lage inmitten der arktischen Natur und der modernen und belebten Innenstadt.



Zum Abschluss begehen wir noch den Ounasvaara Winter Trail, welcher gerade einmal 1,6 Kilometer östlich des Stadtzentrums von Rovaniemi verläuft. Ounasvaara ist ein beliebtes Sportzentrum und auch ein ganzjähriges Naherholungsgebiet mit markierten und ausgebauten Wanderwegen und mehreren großartigen Aussichtspunkten. Im Winter ist Ounasvaara mit dem Skigebiet ideal zum Skifahren oder Langlaufen. Das daneben liegende Santa Sport ist das Zentrum für Sport und Erholung. Hier gibt es ein Schwimmbad mit Saunen und viele weiteren sportliche Indoor Aktivitäten. Zu Beginn der Wintersaison wird dann der Ounasvaara Winter Trail mit Schneemobilen für Wanderer präpariert. Auf dem Weg, der etwa 400 Meter oberhalb des Santa Sport verläuft, genießen wir die frische Luft und den Duft der uralten winterlichen Fichtenwälder. Holzstege führen uns durch die wunderschöne Landschaft. Wir blicken auf der Hochebene über eine endlose weiße Weite. Der etwa sechs Kilometer lange Rundweg (je nach Variante) führt schließlich hinauf auf ein sensationelles, felsiges Aussichtplateau auf 160 Metern Höhe. Eine wunderschöne Wanderung für die ganze Familie in zauberhafter Naturkulisse.



Das war unsere winterliche Reise zum Polarkreis im finnischen Lappland, in eine der spannendsten Regionen Europas. Unser Wintermärchen von farbenfroher, fröhlicher Weihnachtsstimmung und arktischer Wildnis und Natur unter dem mystischen Leuchten des Nordlichts ist hier zuende geschrieben. Aber das nächste Märchen kommt bestimmt.

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