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  • AutorenbildThomas Gräbel

Seensucht - Die schönsten Bergseen der Alpen

Aktualisiert: 4. Juli 2022


Da gibt es diesen einen Spruch: "Wenn ich einen Bergsee sehe, brauche ich kein Meer." Und in der Tat, es ist was dran. Es gibt Bergseen, die wirken so weit und offen wie ein Meer. Es gibt aber auch ganz kleine und versteckte. Unter mächtigen Gipfeln funkeln sie in den verschiedensten Farbtönen. Dabei könnten diese nicht unterschiedlicher sein. Von grün bis himmelblau bieten sie das ganze Farbspektrum. Aber in Einem sind sie dann wieder fast alle gleich. So entstanden sie einst vor langer Zeit durch eisige Gletscher. Heute ziehen die kristallklaren Bergseen Wanderer und Bergsteiger an und bieten diesen in den Sommermonaten eine willkommene Abkühlung. Wir wollen euch nun einige der schönsten Bergseen der Alpen genauer vorstellen. Erfahrt mehr über malerische Naturjuwele, die uns mit ihrer natürlichen Schönheit als Spiegel der Bergwelt ins Staunen versetzen.


1. Wir beginnen unsere Seensucht mit dem Pragser Wildsee. Er gilt als "Perle der Dolomiten" und liegt in atemberaubender Landschaft umgeben von den steilen Felswänden der Pragser Dolomiten im gleichnamigen Tal, einem Seitental des Pustertals in der norditalienischen Region Südtirol. Auf fast 1.500 Meter bietet der Lago di Braies, wie er auf italienisch heißt, perfekte Fotomotive. Der See wird vom 2.810 Meter hohen Seekofel überragt. Unzählige Wanderwege führen durch die traumhafte Natur des Naturpark Fanes-Sennes-Prags. Ein gemütlicher 4 Kilometer langer Weg führt um den Pragser Wildsee herum. Alternativ kann man ganz romantisch mit dem Ruderboot auf dem blaugrünen Wasser seine Runden ziehen und die sich spiegelnde Bergwelt im See bestaunen. Wer dagegen im kristallklarem Wasser baden möchte, der sollte Kälte vertragen. Der Pragser Wildsee ist auch im Sommer nur etwas für abgehärtete Badegäste. Natürlich ist der wunderschöne Wildsee längst kein Unbekannter mehr. Er gilt immerhin als einer der schönsten Alpenseen und ist zudem sehr gut erreichbar. Ein großer Parkplatz und touristische Angebote zeigen uns schon bei der Anfahrt, dass wir hier nicht alleine sein werden. Dennoch ist der Lago di Braies ein Traum eines Bergsees, den man am Besten ganz früh oder spät, wenn die Touristenmassen weg sind, einmal gesehen haben sollte.


2. Weiter geht es mit einem bayerischen Klassiker, dem Starnberger See. Er ist nicht nur ein wunderschöner See, sondern auch ein tragischer Ort der bayerischen Königsgeschichte. Im Starnberger See ertrank Ludwig II., der legendäre bayerische Märchenkönig, unter mysteriösen Umständen. Bis heute ein ungeklärtes Rätsel. Unterhalb der Votivkapelle kennzeichnet ein schlichtes Holzkreuz im seichten Uferbereich des Starnberger Sees die Stelle, an der König Ludwig II. am 13. Juni 1886 leblos aufgefunden wurde. Der fünftgrößte See Deutschlands ist nicht zuletzt aufgrunddessen ein Anziehungspunkt für viele Besucher. Der See gilt aber auch als Naherholungsgebiet für viele Münchner. In idyllischer Lage im Alpenvorland mit herrlichen Bergblick, reihen sich hier kleine romantische Dörfer mit Cafés an den See und bieten eine traumhafte Kulisse. Unzählige Badebuchten, Strände und Strandbäder bieten ideale Bade- und Wassersportbedingungen. Auch für idyllische Spaziergänge eignet sich die Umgebung hervorragend.


3. Auch ein weiterer bayerischer See darf auf unserer Liste nicht fehlen, der Walchensee. Der mächtige See liegt auf 800 Metern mitten in den bayerischen Alpen. Etwa 75 Kilometer südlich von München erheben sich am Ufer der Walchensees u.a. die Gipfel des 1.731 Meter hohen Herzogstands und des 1.565 Meter hohen Jochbergs. Von dort genießt man sensationelle Ausblicke auf den See und die umliegende Bergwelt. Die Region ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen, sowohl im Sommer, als auch im Winter. Mit einer Tiefe von fast 200 Metern gilt der Walchensee als einer der tiefsten Seen Deutschlands. Dadurch bleibt die Wassertemperatur auch im Hochsommer immer frisch. Gerade an heißen Sommertagen lohnt sich hier dann eine Abkühlung. Am Ufer der Jachenau gibt es unzählige Steinstrände, die zusammen mit der türkisblauen Wasserfarbe dem See den Beinamen "Bayerische Karibik" verliehen haben.


4. Wir bleiben in Oberbayern. Nicht weit vom Walchensee entfernt, befindet sich in der Zugspitzregion im Dorf Grainau auf 1.000 Metern der märchenhafte Eibsee. Der See macht fast sprachlos, so schön ist er. Im kristallklaren und grün schimmernden Wasser spiegelt sich das gigantische Zugspitzmassiv mit seinen bis zu 2.962 Meter hohen Gipfeln. Zu den Füßen des höchsten deutschen Berges, der Zugspitze, genießt man auf einem 7,5 Kilometer langen Rundweg um den Eibsee unvergessliche Ausblicke auf den See, seine kleinen Inseln im Inneren und die atemberaubende Naturkulisse.

5. Eine weitere Perle in Bayern ist der 55 km südöstlich von München gelegene Schliersee. Im grünen Alpenvorland eingebettet ist der auf 777 Meter gelegene Bergsee der Nachbar des überregional bekannteren Tegernsees. Bei einer wunderschönen leichten einstündigen Wanderung zur Schliersbergalm auf etwa 1.070 Metern zeigt sich ein tolles Panorama über den ganzen Schliersee. Oben auf der Alm könnt ihr nicht nur gut Essen und Trinken, sondern findet einen kleinen Freizeitpark für die ganze Familie mit Panorama Swimming Pool, Sommerrodelbahn, Minigolf, Alpine Coaster und vieles mehr. Hier kann man leicht einen Tag mit toller Aussicht auf den See verbringen. Aber auch direkt unten am Schliersee könnt ihr im glasklaren und sauberen Wasser schwimmen, Kajak oder Boot fahren, immer umgeben von einer fantastischen Bergwelt.


6. Weiter geht unsere Reise ins Berchtesgadener Land. Am südöstlichen Zipfel Bayerns befindet sich in der Nähe des Bergsteigerdorfes Ramsau der zauberhafte Hintersee. Er ist ein einzigartiges Postkartenmotiv eines wunderschönen Bergsees. Eingerahmt von den steil aufragenden Gipfeln und eingebettet in den märchenhaften Zauberwald, der zu einem Spaziergang einlädt. Glasklares und smaragdgrünes Wasser, dunkle geheimnisvolle Wälder, wild übereinander gestürzte Felsen im Wasser überwuchert mit dickem Moos und bewachsen von bizarren Bäumen, das alles findet man nur hier am traumhaften Hintersee auf knapp 800 Metern Höhe.


7. Hinter dem Tegernsee und Schliersee liegt der kleine aber wunderschöne Spitzingsee auf 1.084 Metern umgeben von den bayerischen Alpen, die sich bei Windstille herrlich im dunklen See spiegeln. Von hier aus verlaufen einfache Wanderwege zu idyllischen Almen, wie etwa die obere Firstalm. Ideal vorallem für Familien. Viele Gipfel, wie etwa die Brecherspitze oder der Bodenschneid bieten traumhafte Weitblicken über die Berg und Seenwelt.


8. Ein weiteres Highlight unserer Seensucht finden wir am Seebensee in der österreichischen Region Tirol. Der Hochgebirgssee liegt auf 1.657 Meter im Mieminger Gebirge. Von der Ehrwalder Almbahn führt eine herrliche Wanderung hinauf zum grün schimmernden Seebensee. Umgeben von den imposanten Gipfeln des Vorderen Tajakopfes, Sonnenspitz und dem Drachenkopf, die sich im kristallklaren Wasser spiegeln, ist der See auch im äußersten Hochsommer s....kalt und sicher nichts für Frostbeulen. Eine gute halbe Stunde oberhalb des Sees befindet sich auf einem Bergkamm die Coburger Hütte, eine der schönsten Berghütten der Region. Gleich darunter wartet schon der nächste mystische See auf uns.


9. Der Drachensee. Passend zu dessen Namen rankt sich eine schaurige Sage um den tiefblauen und dunklen See unterhalb der Coburger Hütte. So soll der heilige Magnus in diese Gegend gekommen sein und den armen Bewohnern des Ortes das Christentum gepredigt und auch den Bergbau gelehrt haben. Auf diesem Wege wurde ein Goldschacht entdeckt und ausgebeutet, der die Bewohner des Gebirges zwar reich machte, aber den Glauben vergessen ließ. Es wurde ausschweifend gelebt und die Armut ganz und gar verachtet, da es in dem Orte schließlich keine mehr gab. Da kam eines Tages ein alter, eisgrauer Mann im Bettlergewand in den Ort und bat um Aufnahme für die Nacht, wurde aber überall abgewiesen und vor die Türen gestoßen. Darauf wandte er sich hinweg, kam im unwirtlichen Gebirge um und sprach sterbend einen Fluch über Dorf, Bewohner und Bergwerk aus. Da begannen Donner zu grollen und die Erde zu beben. Der Ort versank. Am anderen Morgen bedeckte ein ruhiger, aber dunkler See das Dorf samt allen ihren Bewohnern. Diese sollen noch ein ruheloses Geisterleben führen, aus dem See heraus dürfen sie aber nicht, denn ein Drache soll sie dort bewachen. Diesen hatte man oftmals auftauchen sehen und dies führte schließlich zu dem Namen "Drachensee". In der Christnacht hört man das Glöcklein in der mitversunkenen Dorfkapelle läuten und sieht auch wohl die büßenden Bewohner zur Kirche ziehen, die dann emporzusteigen scheint, aber wehe dem, der nicht nur sieht, sondern auch gesehen wird. Der Drache fährt dann aus dem Wasser, faßt ihn und gesellt ihn zur Schar der Verdammten. Mit dem Wissen dieser alten Alpensage blickt man vielleicht mit einem anderen Auge auf den so idyllisch anmutenden See auf 1.900 Metern. Übrigens kann man von der Coburger Hütte auch gleich den Drachenkopf besteigen. Eine traumhafte Route durch einsame Geröllfelder führt mit etwas Kletterei auf den Gipfels des sensationellen vorderen Drachenkopfes auf etwa 2.300 Metern. Von hier erhaltet ihr einen Wahnsinnsblick auf den Seeben- und Drachensee und die Mieminger Bergwelt.


10. Wir bleiben in in der Alpen Republik Österreich und im Bundesland Tirol. In den Zillertaler Alpen finden wir auf fast 2.500 Metern den zweithöchsten unserer schönsten Seen. Den atemberaubenden Schwarzsee wird man wahrscheinlich nur im Hochsommer von Juli bis September eisfrei erleben. Dann findet man umgeben von den verschneiten Gletschern und vielen "3.000er" ein echte Perle. Die weißen Gipfel spiegeln sich einzigartig im kleinen See. Ein hochalpiner Genuß im Zillertaler Naturpark. Da der See nicht leicht zu erreichen ist, wird es hier oben nie zu voll. Ein echter Geheimtipp. Selbstredend ist der Schwarzsee auch wenn er einmal eisfrei ist, gleichwohl eiskalt. Der See ist in einer etwa einstündigen Wanderung von der Berliner Hütte zu erreichen. Sie ist auf gut 2.000 Metern die einzige denkmalgeschützte Hütte und vielleicht schönste "Hütte" der Alpen.


11. Den kleinsten See unserer Reihe finden wir mit dem Riederecksee. Er liegt im wunderschönen Bayern, in der Region Rottach-Egern in der Nähe des Tegernsees. Der Riederecksee auf 1.460 Metern ist wahrscheinlich einer der unbekanntesten Seen überhaupt und wird wahrscheinlich kaum auf einer Liste zu den schönsten Seen auftauchen. In trockenen Monaten gleicht er vielleicht oft mehr einem größeren Tümpel und von oben wirkt er fast nicht beachtenswert. Wenn der See aber Wasser führt und ihr an dessen Ufer steht, habt ihr einen grandiosen Blick auf den bizarren Gipfel des 1.768 m hohen Plankensteins, der aus der Perspektive wie ein spitzer Zauberhut wirkt und zusammen mit dem tiefgrünen Wasser erstklassige Fotomotive bietet.


12. Nun machen wir wieder einen Abstecher nach Italien. Hier wartet mit dem Sorapis See oder Lago Sorapis einer der faszinierendsten und einzigartigsten Seen der Alpen auf uns. Einzigartig ist vorallem seine unglaubliche Farbe. Das Wasser des Sees ist nämlich himmelblau. Eine Farbe, die wir eigentlich nur von Bergseen aus Kanada kennen. Er wirkt fast unwirklich schön. Der märchenhafte Bergsee liegt auf 1.925 Metern in den Dolomiten von Belluno in der norditalienischen Region Veneto. Pastell türkisfarbenes Wasser und das wunderschöne Dolomiten Panorama mit dem markanten Gipfel "Der Finger Gottes" (Dito di Dio) machen diesen einzigartigen Bergsee zu einem der schönsten Orte der Dolomiten. Seine unverwechselbare Farbe hat der Sorapis See übrigens von Gletscherzuflüssen und dem hohen Kalkgehalt. In einer etwa 6 km langen landschaftlich atemberaubenden Wanderung vom Tre Croci Pass könnt ihr diesen magischen Ort erreichen. Es lohnt sich.


13. Unsere Reise führt uns nun nach Slowenien. Ja auch das kleine Balkanland kann sich "seen" lassen. Wir besuchen den idyllischen Bohinj See. Bohinj ist ein verträumtes Tal im Herzen der Julischen Alpen. Der Bohinjer See liegt im Herzen des Nationalparks Triglav, einem der ältesten Nationalparks in Europa. Über Sloweniens größtem natürlichem See erheben sich unberührte Almen und mächtige Gipfel bis fast 3.000 Meter. Die Region hat die ursprüngliche und unberührte Natur wunderbar bewahrt. Massentourismus findet man hier zum Glück noch nicht vor. Die alte Kirche des Ortes mit ihrer Steinbrücke bildet den Anfang des 4 Kilometer langen Sees, an dessen Ufern wunderschöne Wanderwege in die Bergwelt verlaufen.


14. Wir kehren zurück nach Deutschland. Dort in der bayerischen Region des Allgäus befindet sich ein See, der nicht zuletzt durch die Wahl zum "schönsten Bergsee der Alpen" durch ein renommiertes Bergmagazin und durch Instagram überregionale Bekanntheit erreichte, der sensationelle Schrecksee. Und in der Tat, er ist wirklich schrecklich schön. In einem Talkessel auf 1.813 Metern eingebettet, liegt er zwischen imposanter Bergkulisse und satten grünen Wiesenhängen. Das Highlight ist sicherlich die einzigartige Insel im grün-blau schimmernden See. Der Schrecksee liegt oberhalb des Ortes Hinterstein und ist mit einer gewissen Grundkondition leicht in wenigen Stunden zu erwandern.


15. Aber auch Slowenien hat noch einen zauberhaften See zu bieten, den Bleder See. Anders als der Bohinj See ist der See im Ort Bled durchaus überregional bekannt. Gerade in der Sommermonaten zieht es sogar scharenweise asiatische Touristen an. Immerhin gibt es hier Burgen, Schlösser, eine kleine Insel mit romantischer Kirche mitten im See und vorallem ein breites Tourismusangebot inklusive traditioneller Ruderboote. Da der See in den Julischen Alpen lediglich auf knapp 500 Metern Höhe liegt, erwärmt er sich im Sommer sehr schnell und bietet mit seinen breiten Badestränden perfekte Bedingungen für Badegäste. Aber auch schöne Wanderwege verlaufen entlang des romantischen Sees. Vom Aussichtspunkt Blejski Otok genießt ihr einen sagenhaften Blick über den ganzen See, seine Insel und die Berge.


16. Nun geht es zu einem absoluten Highlight zurück nach Bayern, ins Berchtesgadener Land, zum legendären Königssee. Er ist einer der schönsten Seen unserer Erde. Und das meinen wir nicht nur weil wir in Bayern wohnen. Der langgestreckte Gebirgssee gehört zur Gemeinde Schönau am Königssee. Eingeklemmt zwischen den hohen Steilwänden der Alpen erinnert er an eine norwegische Fjördlandschaft mitten in Bayern und bietet ein wahres Naturspektakel. Von den riesigen Felswänden stürzen etliche kleine und große Wasserfälle in den See, welcher zum Nationalpark Berchtesgaden gehört. Kleine kostenpflichtige Elektroboote (16 EUR) führen die vielen Touristen über das kristallklare und smaragdgrüne Wasser hinüber zur einzigartigen Barockkirche Sankt Bartholomä vor der gigantischen Watzmann Ostwand. Auf der Bootsfahrt spielt der Kapitän noch ganz traditionell mit einer Trompete das "Echo vom Königssee", das zwischen den Steilwänden ertönt. Weiter von Sankt Bartholomä führt das Boot noch hinüber zum Endpunkt Salent.


17. Etwas beschaulicher geht es an der Schweizer Grenze zu. Hier finden wir ein kleines Juwel, den zauberhaften Berglisee. Er liegt idyllisch umgeben in wunderschöner grüner Natur in den Paznauner Alpen im Süden Tirols. Vom Ort Mathon wandert man etwa 2 Stunden zu dieser Perle in den Alpen. Der Berglisee befindet sich auf 2.100 Metern und ist so glasklar, dass sich das umliegende Alpenpanorama in ihm spiegelt. Am Rande des in verschiedensten Blautönen schimmernden Sees liegen Picknick Plätze und laden zur Verschnaufpause ein. Klein aber fein ist hier das Motto.


18. Wir sind zurück in Bayern. Am Lautersee auf 1050 Metern werden wir von einer Traumkulisse empfangen. Ein weiteres Gebirgsjuwel zwischen idyllischen Almwiesen. Er liegt nur etwa 40 Gehminuten oberhalb des Alpendorfes Mittenwalds an der Grenze zu Tirol. Kleine Buchten laden zum Baden ein. Im Hintergrund thront das mächtige Wettersteingebirge, dass sich im kristallklaren und smaragdgrünen Wasser des Sees spiegelt. Kleine Gaststätten und Almen entlang des Ufers laden zur Rast ein.

19. Weiter geht es nach in Italien. In den westlichen Dolomiten finden wir den Karersee oder Lago di Carazza. Er wird auch "Regenbogensee" oder "Märchensee der Dolomiten" genannt. Dies hängt wieder einmal mit einer alten Volkssage zusammen. Dieser zufolge lebte im Karer See einst eine wunderschöne Wasserjungfrau, in die sich ein Hexenmeister verliebte. Um ihre Gunst zu gewinnen, empfahl ihm eine Hexe, sich als Juwelenhändler zu verkleiden und einen Regenbogen vom Rosengarten bis zum Latemar zu schlagen. Diesen Rat befolgte er, vergaß jedoch sich zu verkleiden. So wurde er von der Wasserjungfrau entdeckt, die für immer im See verschwand. Der Hexenmeister war so wütend, dass er die Regenbogenstücke und Juwelen in den See warf. Deshalb schimmert der See heute immer noch in prächtigen Regenbogenfarben. Der gerade einmal 300 m lange und 130 m breite See wird von unterirdischen Quellen der Latemargruppe gespeist. Sein Wasserstand ändert sich ständig: Im Frühjahr erreicht er den höchsten Stand mit 22 m Tiefe, im Sommer wird der See von der Schneeschmelze gefüllt, im Oktober ist der Wasserstand mit ca. 6 m am niedrigsten. Eine Rundwanderung führt in 20 Minuten um den wunderschönen Karer See, der auf 1.600 Metern zwischen dem Südtiroler Gebirgsmassiv Rosengarten und Latemar liegt. Dabei spiegeln sich die zackigen Gebirgsspitzen und Tannen im Märchensee.


20. Wir bleiben im schönen Italien und besuchen einen grotesken See. Der Reschensee liegt zwar auf fast 1.500 Metern Höhe ist aber kein Gebirgssee im natürlichen Sinne, vielmehr steckt eine außergewöhnliche aber auch traurige Geschichte hinter der Entstehung des Sees. Man traut seinen Augen fast nicht. Da ragt doch glatt ein Kirchturm aus einem See heraus. Dieser einzigartige und unwirkliche Ort ist das Symbol des Vinschgau in Norditalien an der Grenze zur Schweiz. Die überflutete Kirche ist Zeuge einer einmaligen und tragischen Geschichte. So wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die beiden Dörfer Graun und Reschen geplant überflutet, um Platz für einen riesigen See zur Energieerzeugung zu machen. Die Bewohner wurden enteignet und die 164 Häuser der Einwohner gesprengt. Nur und allein blieb der denkmalgeschützte Kirchturm zurück. Aus Aberglauben traute man sich nicht diesen ebenfalls zu sprengen. Die Schweizer zahlten den damals unterlegenen Italienern viel Geld als Gegenleistung für die Nutzung der Energie des Sees und waren damit verantwortlich für die Flutung der Dörfer. Der heutige Anblick dieses schrulligen, aber schönen Ortes zieht viele Touristen in die Region Vinschgau. Der Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert erhebt sich dabei mahnend aus dem Reschensee, umgeben von den mächtigen Berg des Vinschgaus.


21. Wieder zurück im österreichischen Tirol bestaunen wir den größten See des Bundeslandes, den wunderschönen Achensee. Mit einer Uferlänge von von über 20 Kilometer zieht sich der bis zu 130 Meter tiefe See auf gut 900 Metern Höhe fjördähnlich durch die die verschneiten Berge. Vom Zwölfer- und Bärenkopf erhält man atemberaubende Ausblicke auf den langgezogenen Achensee


22. Wir haben ihn bereits öfter erwähnt, nun darf der Tegernsee natürlich auf dieser Liste nicht fehlen. Keine 45 Minuten Fahrminuten und 50 km südöstlich von München in den bayerischen Voralpen befindet sich der Tegernsee auf 750 Metern. Ein beliebtes Ausflugs- und Fremdenverkehrsziel. Hier findet das Urlauberherz alles was es braucht. Einen sauberen, glasklaren Bergsee mit Badestränden, umgeben von Bergen, urige Orten, traditionellen Gaststätten und unzähligen traumhafte Wanderwegen in der Umgebung bieten perfekte Voraussetzungen für einen unvergesslichen Urlaub in der Natur. Den wohl schönsten Blick auf den Tegernsee habt ihr übrigens vom 1.722 Meter hohen Wallberg.


23. Der nächste See liegt eigentlich unscheinbar direkt neben der Alpenstraße zwischen Mittenwald und Garmisch. Nur ein kleines Schild weist auf ihn hin. Dennoch führte hier die Social Media Plattform Instagram tausende Fotojäger in die oberbayerische Provinz, so dass sogar der Bürgermeister der Ortschaft Krün einschalten musste um den Ansturm zu zügeln. Es handelt sich um den Geroldsee oder auch Wagenbrüchsee. Er liegt malerisch direkt vor der mächtigen Wand des Karwendelgebirges. Am Nordufer schmiegen sich sanfte Wiesenhänge und Holzhäuschen nach oben und bieten traumhafte, idyllische Ausblick auf die Landschaft, den See und die Bergwelt im Hintergrund. Hier bieten sich perfekte Motive für Fotografen und natürlich auch Instagramer.


24. "Wenn ich ein Bergsee sehe, brauche ich kein Meer." Mit diesem Zitat haben wir begonnen. Aber was ist, wenn man beides haben kann? Fakt ist nämlich, auch in Bayern gibt es ein Meer - den Chiemsee. Das "Bayerische Meer" ist der größte See Bayerns und drittgrößte See Deutschlands. Landschaftlich schön und idyllisch inmitten des Chiemgaugebirges gelegen. Ob Wandern, Radfahren oder Wassersport, die Region Chiemsee bietet einzigartige Erholungsmöglichkeiten. Darüber hinaus lassen wir hier den bayerischen Märchenkönig wieder auferstehen. So befindet sich auf der gleichnamigen Insel im mittleren Chiemsee ein von König Ludwig II. erbautes prächtiges Schloss, das Herrenchiemsee. Neben der unbewohnten Krautinsel, befindet sich noch die Fraueninsel mit einer kleinen Gemeinde als dritte Insel im See. Schiffe befördern Touristen und Einheimische zu verschiedenen Inseln. Auch herrliche Wanderrouten hält das Chiemgau bereit.


25. Wir kommen nochmals zurück zum Königssee. Hier erwartet uns nach einem kurzen Spaziergang von Salent am Ende des Königssees noch der märchenhafte Obersee. Bei einer 30 minütigen Wanderung auf die andere Seite kommt man aus dem Staunen kaum raus, so sehr spiegelt sich hier das Bergpanorama in dem spiegelglatten tiefgrünen See. Die urige Fischunkealm lädt am Ende des Sees zur Rast ein. Von hier kann man die ganze Schönheit nochmal auf sich wirken lassen und eine kleine Brotzeit zu sich nehmen.


26. Nun wollen wir euch aber noch den wunderschönen Vilsalpsee vorstellen. Im Naturschutzgebiet des Tannheimer Tals in Tirol befindet sich der tiefblaue See auf 1.100 Metern und ist umgeben von einzigartiger Naturvielfalt. Die Blütenpracht im Frühjahr sucht hier ihres gleichen. Die Anfahrt zum See ist für Autos zwischen 10 und 17 Uhr gesperrt. Entlang des Sees verlaufen wunderschöne Wanderwege und Bergtouren in die Bergwelt, u.a. zum darüberliegenden Vilsalpsee und weiter zur traumhaft gelegenen Landsberger Hütte. Von hier aus sind die Gipfel der Schochen-, Steinkar und Lachenspitze dann nicht mehr weit.


27. Wir wandern aber weiter auf königlichen Spuren zu einem Lieblingssee des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II., die Soiernseen nahe der oberbayerischen Ortschaft Krün. Auf etwa 1.550 Metern liegen sie eingebettet in der imposanten Bergwelt des Karwendels. Nicht umsonst waren die Soiernseen eines der Lieblings-Ausflugsziele des "Märchenkönigs" Ludwig II., so schön wie sie gelegen sind. Hier soll er sich im Mondschein über den See rudern lassen haben. Bevor wir dort aber ankommen, führt uns ein schweißtreibender Aufstieg noch zur ehemaligen Jagdresidenz von König Ludwig II., dem Soiernhaus. Hier kann man eine schöne Brotzeit mit einer atemberaubenden Aussicht einlegen. Technisch ist am Lakaiensteig zwischen der Fischbachalm und dem Soiernhaus einige Trittsicherheit gefragt, auch ist die Tour aufgrund ihrer Länge (20 km) eher für konditionsstarke Wanderer geeignet. Dafür wird man am Ende mit dem unwirklich grün schimmernden Seen entschädigt. Aufgrund der schwierigen Erreichbarkeit eher ein Geheimtipp fernab der Massenwanderungen. Wer an den Soiernseen noch Luft übrig hat, kann noch weiter auf den Gipfel der 2.257 Meter hohen Soiernspitze gehen.


28. Nun zieht es uns nochmal nach Italien. Auf 2.160 Metern funkelt eine kleine Perle in der Südtiroler Bergwelt, der wunderschöne Klaussee (Lago della Chiusetta). Der kleine Bergsee liegt unterhalb des 2.653 Meter hohen Jochkofels im Wandergebiet Klausberg. Im Hintergrund erheben sich die schneebedeckten Gletscher der Zillertaler Alpen. Der Große Löffler und der Schwarzenstein scheinen zum Greifen nah. Die Wanderung zum Klaussee beginnt in Steinhaus in Ahrntal. Die Kabinenbahn Klausberg bringt uns zuerst zur Bergstation auf etwa 1.600 Meter, von wo aus der Weg Nummer 33 an mehreren bewirtschafteten Almhütten, u.a. der sensationellen Speck- und Schnapsalm, vorbeiführt. Nach rund 1,5 Stunden Gehzeit erreichen wir nach etwa 500 Höhenmetern dann den märchenhaften Bergsee, an dessen Ufern Holzliegen und Picknickplätze zur Rast einladen. Mit dem Jochkofel liegt ein ein lohnenswerte Gipfel nicht weit vom See entfernt. Auf dem Weg dorthin offenbaren sich weitere traumhafte Ausblicke auf den Lago della Chiusetta und die mächtige Bergwelt dahinter.


29. Auch die Schweiz darf in unserer Liste nicht fehlen. Sie ist mit dem wunderschönen Seealpsee vertreten. Der märchenhafte See liegt idyllisch auf 1141 Metern im schweizerischen Kanton Appenzell Innerrhoden und ist umgeben vom malerischen Alpsteingebirge. Im glasklaren Gebirgssee spiegelt sich die imposante Bergwelt der Appenzeller Alpen und die pittoresken Spitzen des Alpsteins. Wir erreichen den Bergsee über eine etwa einstündige Wanderung vom Ort Wasserauen aus. Zunächst führt einer steiler Steig durch den Wald, ehe der Weg gemächlich vorbei an satten Almwiesen durch das Tal zum Seealpsee führt. Der See ist mit einem leichten Spaziergang schnell umrundet, unvergessen bleiben aber die sensationellen Ausblicke auf dieses schweizer Naturjuwel. Direkt am See befinden sich zwei urgige Berggaststätten und laden zur Einkehr ein. Und wer hier noch nicht genug hat, kann unzählige alpine Wanderungen in diesem Gebiet unternehmen. Besonders zu empfehlen ist natürlich die etwa 1,5 stündige Wanderung zum Berggasthof Äscher-Wildkirchli, das sogar von einem renommierten Bergmagazin einst zur schönsten Hütte der Alpen gekürt wurde und seither internationale Bekanntheit erlangt hat.


30. Bei unserem nächsten See ist der Name Programm. Eissee. Der höchste Bergsee in unserer Liste auf 2.676 Metern Höhe ist nämlich selten eisfrei. Nur in wenigen Sommermonaten zeigt er seine ganze Pracht, er bleibt dabei aber seinem Namen treu und ist auch dann eiskalt. Der kleine unscheinbare See ist ein echter Geheimtipp. Er liegt etwa 200 Höhenmeter oberhalb seines großen Bruders, dem Schwarzsees (auch oben in unserer Liste aufgeführt) in einem Kessel in den Zillertaler Alpen und ist aufgrund seiner schwierigen Erreichbarkeit und fehlender Ausschilderung nur selten frequentiert. So können wir hier das atemberaubende Panorama ganz alleine genießen. Passend zum Eissee blüht der eisblaue Enzian an den schroffigen Hängen des Sees. Die gigantischen Gletscherberge spiegeln sich auf der glasklaren und glatten Wasseroberfläche. Was für eine hochalpine und wilde Naturkulisse. Doch wer diese selbst live erleben möchte, der muss einiges an Anstrengungen bewältigen um den Eissee zu erleben. Der schnellste Weg führt vom Tal beim Gasthof Breitlahner zunächst etwa 2 bis 3 Stunden zur Berliner Hütte und von dort nochmal 1,5 Stunden hoch zum Eissee.


31. Zum Abschluss haben wir noch einen echten Hingucker, den Lago di Tovel im wunderschönen Trentino in Italien. Der glasklare Bergsee liegt auf fast 1.200 Metern im naturbelassenen Nontal (Val di Non) und bietet den Besuchern ein spektakuläres Panorama. Die gigantischen Brenta Dolomiten spiegeln sich in seiner Wasseroberfläche.

Bis heute ist der Tovelsee, obwohl das Phänomen nicht mehr auftritt, für die weltweit einzigartige Rotfärbung bekannt, die bis Mitte der Sechziger Jahre während der Sommermonate durch eine spezielle Algenart an der Oberfläche auftrat, wodurch der See eine knallrote Färbung annahm. Um dieses außergewöhnliche Phänomen zu erklären, entstanden mysteriöse Geschichten und Legenden, so wie die der Königin Tresenga. Die alte Dolomitensage geht auf jene Zeit zurück, in der es im Val Rendena das kleine Königreich Ragoli gab, das von einem weisen, aber sehr alten König regiert wurde, der keine Söhne, sondern nur eine Tochter hatte, Prinzessin Tresenga. Als der König starb und die junge Prinzessin das Königreich erbte und Königin wurde, kamen viele Prinzen und Könige in das Königreich Ragoli, um ihre Hand zu bitten, aber keinem Verehrer gelang es, das Herz von Tresenga zu erobern.

Zu den abgelehnten Verehrern zählte auch Lavinto, König von Tuenno. Stolz und hochmütig konnte Lavinto die Ablehnung nicht akzeptieren und stellte weiterhin der Königin Tresenga nach, in der Überzeugung, dass sie ihre Meinung ändern könne. Doch weder die Königin noch das Volk von Ragoli wollten diese Ehe, sodass Lavinto bei der endgültigen Ablehnung seine Geduld verlor und mit seinem Heer in das kleine Königreich Ragoli marschierte. Da das Volk von Ragoli seine Königin liebte, legte es die Waffen an, um die Armee des eindringenden Feindes zu bekämpfen. Sogar Tresenga selbst griff zum Schwert und führte ihre Männer gegen den Feind an. Die zwei Armeen traten sich der Legende nach am Ufer des Lago di Tovel gegenüber. Die grausamen, durch tausend Schlachten abgehärteten Soldaten von Lacinto wurden schließlich von der Armee der Königin geschlagen. Tresenga selbst wurde dabei aber tödlich verletzt und fiel am Ufer des Sees. Ihr Blut floss ins Wasser, das von diesem Tag an rot wurde, um alle an das Opfer dieser tapferen Frau zu erinnern. Einige sagen, dass der Geist von Tresenga immer noch am Ufer des Sees herumschwirrt und in Vollmondnächten das traurige Schicksal ihres Volkes beweint. Heute gilt der Tovelsee als eines der naturkundlichen Juwele des Naturparks Adamello Brenta. Eine einzigartige Flora und Fauna hat sich um den See angesiedelt. Der nächstgelegene Ort ist Tuenno, in 14 km Entfernung. Ein Spaziergang rund um den etwa 500 Meter breiten See dauert etwa 1,5 Stunden. Weitere Wanderwege führen in die atemberaubende Natur der Umgebung. Ein Zeugnis der wilden Natur ist die Tatsache, dass zwischen 1999 und 2002 der Braunbär hier wieder angesiedelt wurde. Der Symbolfigur des Parks ist das nahe des Sees gelegene Besucherzentrum Casa del Parco Lago Rosso gewidmet. Übrigens ist die Zufahrtsstraße zum See im Winter (November bis März) für Autos gesperrt. Eine schöne Zeit um die ganze Stille der Natur am Lago di Tovel zu genießen.


Das waren unsere 31 schönsten Bergseen der Alpen, unsere Seensucht. Von grün bis blau, von groß bis klein, von hoch bis tief, sind sie alle funkelnde Perlen der Berge, so unterschiedlich und doch einzigartig schön. Habt auch ihr euren Lieblingssee gefunden?

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